Donnerstag, 22. Januar 2026

Nebenan*

 Sie sah mich an
die alte Frau von nebenan.
Schüchternes Kopfnicken
leichtes Handheben
zittriges Beben.
Jeden Tag öffnet sie
ihre Tür einen Spalt
mit immer wieder
der gleichen Hoffnung -
ihr Sohn käme bald.
Er wohnt
in der gleichen Stadt
denkt selten daran
dass er
nur drei -Straßen weiter -
noch eine Mutter hat.
Dunkel sind die Schatten
unter ihren Augen.
Da steht sie nun wartend
und zerbricht
am eigenen
Hoffnungslicht.

8 Kommentare:

  1. ein sehr trauriges Schicksal
    dass Kinder von ihren Eltern trennt
    wenn sie ihr eigenes Leben
    dem ihrer Eltern oder Müttern
    vorziehen, anstelle auch an ihres zu denken...
    schlimm und absolut nicht selten..
    zueinander finden ist dann schwere Last
    Bürde und Ballast auf den Schultern

    es macht mich traurig dies immer wieder zu sehen..
    viel Hoffnung sehe ich dann nicht...
    es teilen viele Eltern die abgeschoben sind...

    liebe Grüße angel

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    1. Deine Ergänzung dazu, liebe Angelika, ist so wahr. Dem habe ich nichts hinzuzufügen nur dir vielen Dank zu schreiben.
      Herzlichst, Edith

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  2. Hallo Edith,
    ein echt berührender Text.
    Ich frage mich bei so etwas immer, was da schiefgelaufen ist. Oder ob es nur totale Gedankenlosigkeit, ja, Kaltschnäuzigkeit ist oder ob doch etwas tieferes zugrunde liegt.

    Einen schönen Tag dir:)

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    1. Liebe Silver, vielen Dank. Genau dies fragte ich mich auch. In den Unterhaltungen mit ihr erfahre ich immer, dass sie ihn, wann immer er Geld brauchte, unterstützt hat. Vielleicht hat sie sich damit schon seine Liebe erkaufen wollen...
      Dir einen feinen Tag für heute
      mit herzlichen Grüßen von mir zu dir.

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  3. Liebe Edith,
    es schmerzt bereits, von so einem Sehnen nur zu lesen. Wenn zwischen Eltern und Kindern eine derartige Funkstille herrscht, lässt einen das ratlos zurück - aber wir können nicht wissen, was dazu geführt hat.
    Nicht jedem ist es möglich, zu vergeben. Ich will da nicht werten, denn familäre Konstrukte sind einfach sehr fragil. Dennoch ist es sehr traurig, wenn eine Mutter so sehnsüchtig an der Tür wartet, auf den Menschen, der gerade mal ein paar Straßen weiter wohnt.
    Nachdenkliche Grüße, C Stern

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    1. Liebe C Stern, es stimmt, man weiß nicht, was vorgefallen ist, all die Jahre davor, doch mir erzählte sie stets, wenn er da war, dass sie ihm das Geld, was er brauchte, gegeben hat. Liebe erkauft, würde ich sagen. Auch das Auto hat sie bezahlt, mit dem er nun an ihr vorüber fährt, einfach so vorbei ...
      Überlegungen bleiben, derer wir sicher nicht habhaft werden.
      Dir einen ganz herzlichen Gruß von mir.

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  4. ach, das ist traurig!

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    1. Das ist es.
      Lieben Dank dir, liebe Andrea,
      mit herzlichem Gruß zu dir von mir.

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