Freitag, 19. Juni 2026

Viel Kurzes im Langen ...*

Die Seite vergilbt 
Eine verblasste Zeichnung
Brüchig das Papier

Silberne Flecken
zeichnen sich auf dem Moos ab
Ein Sommerregen

Wispern des Windes
streift die Buchenbaumkrone
Alles Laute stumm

Licht vom Wald verschluckt
Baumkronen mildern Hitze
Moosschritte ganz leis'

Die Meisen füttern
Leises Piepsen im Kasten
Dafür mein Lächeln

Keine Brücke von Hüben nach Drüben.
Das Wasser fließt mit der Wahrheit und der Wirklichkeit davon.
Im Meer treffen sich all die Gedanken.
Hoffnungslos.

Blühende Rosen.
Tauben und Spatzen im Futterhaus. 
Blauer Himmel und schneeweiße Wölkchen.
Ein Milan, zwei Störche kreisen.
Vereinzelte Holunderblüten noch
zwischen fast reifen Beeren. 
Elstergekrächz.
So viel lebendige Poesie überall.

Vielleicht trage ich ja einen grünen Zweig
im Herzen,
auf dem sich die Vögel nieder lassen...

Mein Schreiben macht mir mein Leben leichter,
ohne dass mein Leben leichter wird ...
Ist das paradox?

6 Kommentare:

  1. Hallo liebe Edith,
    das klingt schön. So viele schöne Dinge in der Natur, die nicht jeder überhaupt mal wahrnehmen kann.
    Ich gehe davon aus, dass dein grüner Zweig im Herzen nicht bloß grün ist sondern eigentlich in allen Farben blüht.
    Und nein, ich finde das nicht paradox, ich kann den Gedanken– oder die Erkenntnis – sehr gut verstehen.
    Und es können auch zwei gegensätzliche Gefühle nebeneinander existieren.

    Liebe Grüße,
    Silver

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Silver, ja, du hast Recht, gegensätzliche Gefühle können nebeneinander existieren. Ich danke dir sehr für den bunten Zweig. Die Farben öffen sich wieder langsam, aber sie öffnen sich.
      Herzlichst lieben Dank nochmals, du Liebe mit lieben Grüßen
      Edith

      Löschen
  2. "So viel lebendige Poesie überall" schreibst du und man erlebt sie in deinen Zeilen über die Natur, die wohl ein Anker ist in schwierigen und traurigen Zeiten.
    Lieben Gruss, Brigitte

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Brigitte, sie ist tatsächlich ein Anker. Von morgens bis abends bin ich draußen. Es tut mir gut grad.
      Ich danke dir sehr
      und grüße dich lieb zurück.

      Löschen
  3. nein, das ist nicht paradox, das ist auf eine ganz besondere art wahr. - so schön, wie du die dich umgebende natur mit allen sinnen erfasst und sie gleichzeitig auch ein abbikd deiner seele (?) sein lässt. alles liebe dir! andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Andrea, du hast Recht, ich bin ein Seelennaturmensch, war ich schon immer. Mein Opa als Bauer nahm mich überall hin mit, ob Felder, ob Wald, Wiese, Ställe... Ich habe von ihm gelernt, die Natur mit anderen Augen zu sehen, sie zu verstehen.
      Ich danke dir sehr und grüße dich herzlichst.

      Löschen

Kommentare sind willkommen, ich freue mich darauf.