Samstag, 19. Oktober 2019

Dieses Gefühl

Die Tür des Tages
wird bald schon geschlossen

Die Nacht deshalb
unbeantwortet bleibt

Und Stille endet selbst
in Telefonen

Mehr habe ich erwartet

Alles

Zu viel

Und es gärt das Gefühl
dieses Netz der gleichgültigen Vorläufigkeit
zu zerreißen
damit nicht zu viel von dem allen
verloren geht

Freitag, 18. Oktober 2019

Gewissheit

Keine Zwänge in den Worten, die für dich bestimmt.
Wie auf Wellen geschrieben, plätschern sie leicht dahin.
Uns winkt der gleiche Himmel zu.
In aller Ruh' malen wir ein Bild von unsrer Welt,
die für mich nur deinen Namen trägt, die sich bewegt,
gefüllt mit Glücklichsein in allen Dingen.
Es wird gelingen.

Herbstbitte

Herbst
lass dir noch
ein wenig Zeit
dem Spätsommer noch
die Türen offen
bis wir
die Früchte
des hellen Lichts der Sonne
die süße
verlockende Liebe
die noch zu denkenden
warmen
hoffnungsfrohen Gedanken
in uns
eingebracht haben

Herbstliches

Meine Sinne sind heut
noch nicht so recht erwacht,
die Nacht war hell
mein Blick schweift schnell
über fast entlaubte Sträucher
und Bäume,
über kahle Felder,
schwarz anmutende Wälder
und einem Rabenpaar,
das stolz die Wiese
gepachtet hat.
Nun beginnt ein neuer,
ein goldener Tag
im fallenden Jahr.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Tanka

Schaut, die Wildgänse,
rufe ich fröhlich und laut.

Da fliegen sie auf.

Vielleicht nehmen sie mich mit
im Traum wohlgemerkt. Im Traum.


Tanka



Uns're Schwarzkiefer
mit uns seit fünfzig Jahren

Ein stattlicher, stolzer Baum
Er bekommt braune Spitzen

Wir bangen um sie

Dienstag, 15. Oktober 2019

Entsommerung

Die Zeit entsommert, herbstet sich nun schneller  Vielerorts.
Regen oktobert nebelschwadig den Morgen.
Die Sicht blickdicht frei,
doch klar für das, was kommt.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Herbstzeit

Keine Stunde saumselig mir vergeht.
Doch woher noch die Worte nehmen,
die der wunderschöne Herbst verträgt.
Er selbst labt sich in seiner berauschendsten Zeit.
Darum bleibt mein Gedicht
ein wenig unvollendet heut 
oder doch: 
Fast schon blattleer der Baum.
Das Vogelnest im Geäst unbewohnt.
Sonnenfäden haben leichtes Spiel,
fallen durch, direkt vor meine Füße.
Ich begrüße lächelnd diesen Tag.

Elbe

Der Strom, nachtstill und schwarz sein Gesicht,
oberhalb der Stadt vereinzelt ein Licht
und der Regenvorhang dicht.
Dreimal schreit ein Boot, bevor die Elbe es weiter zieht
in ihre Dunkelheit.
Ein Käuzchen lockt.
Aufgewacht.
Ein Traum - gemacht aus Mondlicht und Wellenschlag.

Freitag, 11. Oktober 2019

Wurzeln

Wurzeln. Alle haben ihre eigenen.
Auch ich habe Wurzeln geschlagen, in einem Land, einer Stadt,
einem Haus.
Das Land habe ich sehr wenig verlassen,
auch die Stadt nicht, nicht unser Haus.
Meine Wurzeln haben sich tief gegraben.
Sie stehen fest, nur manchmal wird an ihnen geschabt, genagt.
Das halte ich aus.
Ich habe  mich zu einem starken Baum entwickelt,
bin stadtbekannt und Daheim die, die alles zusammen hält.
An mich kann man sich anlehnen, mich umfassen, Schutz suchen, Halt finden.
Nur mit dem Land hadere ich immer wieder einmal,
derzeit sehr oft.
Gut, dass dies  nicht auf meine Stadt zutrifft.
Gut, dass Familie und Freunde ein Herz und ein Sinn sind.
Dies stärkt  meine Wurzeln.
Sie bleiben unerschütterlich.
Bleiben tief.
Bleiben.


Gedankliches am 11. Oktober 2019

Heute war ein heller, ein freundlicher Tag.
Auf dem Weg zum Einkauf
konnte man sich in den Fensterscheiben spiegeln,
sich in ihnen betrachten.
Ach, was  gäbe ich drum,
so spiegelklar auch in die Herzen
sehen zu können....