Nachts spielt sich Schlaflosigkeit ab.
Der Versuch, nicht zu viel an dich zu denken, schlägt fehl.
Alles andere verträgt noch kein Nachdenken.
Nachdenken macht oft so viel mehr kaputt,
was das Durchhalten betrifft.
Die Rathausuhr schlägt die 2. Stunde.
Ich messe meine Zeit an ihr,
schaue ins Dunkel und überlege,
wann ich das letzte Mal lange gesprochen habe -
gestern früh, stimmtrocken, wenige Worte am Telefon.
Ich sah dabei aus dem Fenster,
sah Blumen, die ihre Farben verschütten,
der Mohn rot, als würde er bluten -
genau wie mein Herz.
Vielleicht ist es an der Zeit,
mir kleine Ziele zu stecken,
die leicht zu erreichen sind -
einfach raus gehen,
den Radioknopf drücken,
Blumen fotografieren,
bei der Nachbarin Hallo sagen ...
Nein, noch nicht.
Ziele werden zu Notwendigkeiten.
Noch lehne ich sie ab,
noch brauche ich nichts davon,
alles wäre noch zu früh,
mein Status hat sich noch nicht verändert.
Die Schwelle des normalen Lebens ist
einfach noch zu hoch ...