Mittwoch, 18. Februar 2026

Haiku an Haiku*

 Spartakus erwacht
aus Schildkrötenwinterschlaf
Nur Titus träumt noch

Häuschen im Garten
Drinnen kälter als Draußen
Kater schleicht sich raus.

Die Holzbank mit Herz
Verliebte ritzten Namen
Efeu rankt sich hoch

Die Krähe krächzt laut
Eichelhäher gibt Antwort
Freundschaft besteht nicht

Noch sind Zweige kahl
Darauf tummeln sich Meisen
Ein Kleiber am Stamm

Forsythia trägt
goldige kleine Blüten
Die Sonne freut sich

Der Apfelbaumstamm
stark beklopft durch einen Specht
Daraus fließt kein Wein

Schneevolle Äste
brachen großen Tannenzweig
vom Johannes-Baum

Scheunenidylle
Maler skizziert altes Gut
Maus huscht durch das Tor

Februarregen
Schneeglöckchen läuten - Frühling
Wiese farbgestärkt

Enten am Ufer
Elbe zeigt sich geschwollen
Singsang der Amsel

Dienstag, 17. Februar 2026

Winter bringt Zeit*

Nachgerutscht
kommen die Erinnerungen leichter
im Winter
An eisigen Kanten
noch zurecht geschliffen
abgekühlt
Bilder und ganze Sätze
hängen daran
eingefroren
Für den Abend bleiben
Harmonie und Wein
Feuer im Kamin
Still durchziehen sie mich
die Erinnerungen
die frohen warmen
Schaffen inneres Glücklichsein

Unbeschreibliche Begegnung*

Ein WOLF.
Der erste Freilaufende, den ich sah. Gleich nach einer kleinen Gemeinde querte er die Straße von links nach rechts.
Wir mussten deshalb stark bremsen,
hielten dann an und sahen ihm lange hinterher.
Als er auf der rechten Seite war, drehte er sich zu uns um, blieb für einen Moment stehen und fixierte uns mit seinen Augen.
DAS vergesse ich nie!
Er war ein Prachtkerl – groß, stämmig, sein Fell war wunderschön, seine Muskeln im Laufen kraftvoll.
Ich hatte das Handy in der Hand, hätte ihn gut fotografieren können, doch ich hielt einfach nur den Atem an…..

Diese Begegnung war vor sechs Jahren und gestern sah ich wieder einen so nah....

Montag, 16. Februar 2026

Leserunde - Gedichte und Co. mit und von mir*


Nach dem Vortragen meiner Gedichte sprach mich ein Mann an,
groß war er, vom Leben gezeichnet, auch älter schon. Doch seine Augen strahlten
mich an als er sagte: *Sie müssen ein glückliches Menschenkind sein*....
Ich nickte weltvergessen mit einem Lächeln die Bestätigung.
In dem Moment war ich wirklich - glücklich 🙂

Fabruar--Haiku's*

Störche
gewohnte Gäste
Lautes Klappern

Fischerboote
Die Wellen blinken
Sonnenuntergang

Spiegelglatt
der See zu Mittag
Sonne kokettiert

Früh - sechs Uhr
Ein Sonnenaufgang
über der Elbe

Morgenrot
Ein Falke jagt
Spatzengelächter

Sturmwetter
Mir passt keine Mütze
Kopfweh

Pfützen im Winter
Drinnen ein Regenwurm
und die Amsel

In der Stille
heult ein Wolf
Schafe im Stall

Milder Winter
Bienen im Februar
auf Christrosen

Erstes Grün/Weiß
Schneeglöckchen stoßen
durchs Herbstlaub

Kahlstellig
das Winterweizenfeld
Schwäne

Sucherfreude
Austernseitlinge
Leiter am Baum

Sonntag, 15. Februar 2026

Nur noch ein klein wenig Geduld*

Oh Frühling
wie gar zaghaft hold der Wald sich bald begrünt,
wenn leicht dein Finger schnippt und lustig Leben
sich an Haselzweigen wippt
wie sprudelnd frisch die Wellen über Kieselsteinchen fließen
wie blumenfreundlich uns die Gänseblumen schon begrüßen.
Ein leichtes Schnippen deines Fingers reicht
und Sonnenstrahlen treffen uns von Herzen,
sie nehmen all die Winterschmerzen
lassen sie zieh'n,
machen mit Meisenzwitschern Fröhlichkeiten reich
stupsen mich freundlich an,
mich Träumerin.



Samstag, 14. Februar 2026

Rechnen, nicht berechnen*

Einige bilanzieren ihr Leben,
berechnen Tag für Tag alles,
was sich rechnen lässt.
Solchen Menschen bleibt nie ein Rest.
Dann ziehen Stürme, steigen Flüsse,
wüten Kriege, bebt die Erde und spuckt ein Vulkan,
Das Konto stimmt, denken manche,
was geht uns das an.
Wir alle müssen verstehen,
dass man mit allem rechnen muss,
doch niemals alles berechnen kann.

Freitag, 13. Februar 2026

Gedankliches*

Auf Verschwiegenes
habe ich
meinen Blick
geworfen
Einen Schrei gehört
der lautlos
irgendwo versank
Auch Schwarz
besitzt
eine leuchtende Farbe
und
Reden
macht manchmal
sprachlos

Donnerstag, 12. Februar 2026

Der Frühling ist bereit*

Der Frühling durchschneidet zaghaft noch
die weiße Leinwand des Winters,
schafft Raum für Sonne.
Ja, der Frühling,
noch spielt er mit den Wolken Verstecken,
lässt sich jedoch gerne finden für uns.
Der Schnee sagt dazu keinen Ton,
schmilzt klanglos - so wie er kam - davon.