Sonntag, 16. Dezember 2018

Frühe Gedanken

Stille.
Diese Ruhe noch überall am frühen Morgen. Der Blick durch die Fensterscheibe verheißt Kälte,
sichtbar dadurch, dass der Rauch aus den Schornsteinen kerzengerade nach oben steigt, dass Wind fehlt. 
Nachbars Katze wühlt wieder im Blumenkasten, der so liebevoll mit Tannengrün und natürlichem Schmuck bestückt ist.  Sie zerrt dabei die Lichterkette heraus und findet endlich die ausgewählte Stelle, um ihr Geschäftchen darin unterzubringen.
Ich muss lächeln, haben die Nachbarn doch schon zweimal mit Handschuhen dieses Dilemma beseitigt und alles wieder fein hergerichtet. Doch auch sie wissen, der Kater hat sich genau diese Stelle auserkoren. Er wird sich nicht davon abbringen lassen. Ein kleiner Schelm also, der bei
Nachbars für Frust sorgt, mich erheitert.

Der Garten sieht verschlafen aus. Nur die Wiese ist weiß mit Reif zugedeckt, alles andere steht in Grau. Gewohnter Dezember halt. Hier warten wir vergeblich auf Schnee. Die wenigen Flocken,
die irgendwann dann doch fallen, sind nur kurzweilig da. Aber sie verzaubern alles. Auf einmal wird einem dann diese Stille bewusst. Die Ruhe der Natur überträgt sich automatisch auf mich. 
Ich lächle hinaus, lächle ein Schulkind an, das zu mir herein winkt. Die  Tasse in meiner Hand ist leer und schon abgekühlt. Ich verlasse meinen frühmorgendlichen Posten und begebe mich in den Tag.



Samstag, 15. Dezember 2018

Es lohnt sich

Das Leben hängt grad schwer in den Seilen,
doch diese reißen nicht,
auch wenn in gerade dieser Zeit
das Unangenehmste lauten Ton angibt.

Alles lässt mich zweifeln, aber nie das Leben.
Säckeweise sammle ich  Hoffnung
und schreibe daraus ein Gedicht.

Das Leben heißt
du und ich.

Was macht Weihnachten aus?

Geht es euch auch so?
Beschämend muss ich gestehen, dass mir nicht nach Advent oder gar Weihnachten ist.
Gedichte zum Advent, ja gut, dafür aber habe ich die  Gedanken aus tiefer Kindheit
hoch geholt.
Es ist traurig. Die heutige Zeit belastet mich. Es sind nicht die Sammlungen für hungernde Kinder,
in anderen Ländern, die von Jahr zu Jahr mehr werden, nein, denn die gibt es schon so lange ich denken kann (und wenig hat sich geändert). Ich habe keinesfalls etwas dagegen, spende ja selbst, und nicht nur an Weihnachten, aber für Leid und Weh im eigenen Land.
Es ist diese Angst, die immer mehr in einem wohnt. Da kommen Menschen, denen es doch gut geht
in unserem Land, sie kommen eines Tages, sind oftmals keine unbeschriebenen Blätter, also sogar mehrfach der Polizei schon bekannt, und diese kommen in Menschenansammlungen und ballern Todbringendes.
Und dies vermehrt zur Weihnachtszeit.
Ist es die Wut, die unseren Glauben treffen soll? Neid kann es kaum sein, denn diese Menschen sind hier aufgenommen, werden akzeptiert, sind integriert. Sie zeigen nach Außen hin ein freundliches Gesicht, in ihren vier Wänden bauen sie Bomben. Und sie treffen. Nicht nur die Menschen, die zu unmittelbaren Opfern werden, sie treffen auch uns.
Fasst es bitte nicht als politisches Statement auf, was ich hier schreibe.  Es sind Emotionen, die an die Luft müssen, raus müssen mit eigenen Gedanken.
Das Gefühl für Weihnachten bleibt aus.
Ich trauere mit den Opfern, mit den Angehörigen, die das Böseste trafen in einer friedvollen Zeit.

Freitag, 14. Dezember 2018

Mein Los

Viel zu oft atemlos,
weil gedankenlos maßlos,
darum mittellos,
doch nie mutlos,
keinesfalls herzlos,
niemals tatenlos,
daher auch  nicht erfolglos,
manchmal wehrlos,
was total sinnlos,
keinesfalls trostlos
auch noch nicht zahnlos,
darum schamlos,
nie endlos,
dafür oft zeitlos
und problemlos -
auf los geht's los...

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Leuchten

Ein klein wenig zeigt sich  der Winter kalt.
Morgens wickelt uns sanfter  Nebel ein.
Weihnachtssternleuchtend beginnt der Tag.

In luftiger Höh'
schweben die Wolken davon wie die Zeit.
Tief in uns regt und lebt und schwingt sich
Hoffnung auf.

Im Weihnachtsstern versammeln sich
sämtliche Farben der Welt...

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Meine Freundin und ich

Ruft mich meine Freundin an,
nimmt das Telefon zu,
wird zum Ohr.
Sie erzählt, erzählt viel
vom guten Stand des Tages
oder wie er kippte.

Auch ich werfe Tagesfetzen
durch die Leitung.
Nach einer halben Stunde
reden wir uns noch
eine halbe Stunde aus.

Das Telefon glüht noch lange nach,
mein Ohr leuchtet rot
und meine Freundin bleibt stimmlich,
eindringlich präsent in mir.

Dienstag, 11. Dezember 2018

Auch Advent

Ein glänzender Himmel.
Die Nächte sind ohne Falten.
Adventliche Zeit bringt alles in Form.

Und viele suchen, suchen und wühlen
in Top-Angeboten auf Weihnachtsmärkten.

Sie versäumen oft gar
das gerade aufkommende, dauernde
vorweihnachtliche Glück.

Montag, 10. Dezember 2018

Worte in der Weihnachtszeit

Worte sind wie Vögel,
sie flattern davon,
weg aus Herz und Sinn.
Sie fliegen dahin,
bleiben sprachlos und stumm.

Doch, oh Zauber, auf einmal sind sie
in vielen Gesichtern  zu lesen,
sie lassen sich spüren, im Lächeln erkennen.

Sie machen sich friedlich überall breit.
Sie stecken an.
Es ist Weihnachtszeit.

Barbara-Zweig

Musik, ob Dur ob Moll,
prägt die Weihnachtszeit.
Dazu das besondere Glockengeläut.
Die Stimmung schlägt schnell
von laut auf leise durch manche Weise.

Gar feierlich schlägt's aufs Gemüt.

Der Kirschzweig trägt Knospen.

Weihnachten blüht.

Tage im Advent

Wind tobt stürmisch
über leere Felder, durch leere Wälder.
Alles wirkt verlassen.

Der Wind wirkt fremd 
ohne Laub zu seinen Füßen,
die Böen grüßen kalt,
Farben verblassen.

In den Gassen 
wärmt das Licht der Zuversicht
in diesen Tagen.

Vielleicht sind's flügellose Engel,
die alles Mühevolle  tragen helfen.
Und ihr Flüstern, Wispern
*lasst die Hoffnung steigen*
stimmt friedlich,  segensreich
im Weihnachtsreigen.