Freitag, 17. August 2018

Habt es gut, Ihr Lieben...


Sie steht für das Durchhaltevermögen, was ihren Schwestern
auf den Feldern leider versagt blieb, die sind ausnahmslos verbrannt
von der Sonne, die hier in Nord-Sachsen weiterhin unbarmherzig scheint.
Nicht der kleinste Tropfen Regen in Aussicht, die Elbe auf dem
Tiefststand von 48 cm, ein Rinnsal nur noch.
Schlimm für unsere Fähre, die seit Monaten außer Betrieb ist.
Erst neu hat ein Betreiber die Fähre gekauft -  nun ohne Einkommen.
Die Fähre war, als ich noch arbeitete, mein Baby sozusagen. Ich habe
für ihren Erhalt gekämpft, da sie ja als älteste Historie hier gilt. Wer weiß,
ob sie nun zu halten ist.
Alles ändert sich. Mal kommt es von der, dann von der anderen Seite.

Diese Sonnenblume mit stolzen 3,60 m zeigt, dass man vieles 
schaffen kann, mal allein, mal mit Hilfe.
Und dies nehme ich als gegeben und verabschiede mich
einige Zeit von euch Lieben.
Drückt mir einfach die Daumen, damit die Knie-OP gut verläuft.
Und vielleicht überlegt es sich der Regen ja noch und erfüllt
mir diesen Wunsch - einen herrlichen Landregen, meinetwegen
eine ganze Woche lang...


Dienstag, 14. August 2018

Neugier

Manchmal möchte ich schon wissen,
was meine Mädels so über mich reden -
Unsere Mama ist wie sie ist,
ob sie hat, was sie will,
lebt sie wie sie sollte
mehr als sie wollte?
Für Beide bin ich und ich fließe in ihnen
und ich liebe sie und bin für sie da,
ich bin halt und bleibe - ihre Mama.

Montag, 13. August 2018

...und wieder ohne dich

Es ist nachmittags, 15 Uhr.
Längst wusste ich, dass du nicht kommst.
Mein Blick streift meinen Baum, den Himmel -
so sieht wohl Ewigkeit aus.

Der Duft des Baumes fehlt.
Er duftet sonst noch,
wenn längst die Blüten
vom Wind verweht.
Er kränkelt.

Dabei fehlt ihm nur Regen
wie uns und allem anderen auch.

Mein Baum steht im verdorrten Gras,
schaut  traurig täglich neu auf mich.

Noch immer warten wir auf dich -
Regen....

Sonntag, 12. August 2018

Geschenke für die Woche

Heute, zum Wochenbeginn, 
möchte ich dir das schenken,
was leicht an mir ist -
liebevolle Gedanken,
Worte ohne Schranken,
zügellose Fantasie,
dieses Lächeln gleich früh,
gleichmäßigen Herzschlag,
(diesen jeden Tag!)
dieses Schweben im Raum,
einen wundervollen Traum,
manchmal diese Weinseligkeit,
aus meinen Augen die Freud'
und Glück, wenn sich meine Hand
in deine schiebt,
du spüren kannst, du wirst geliebt.
Dann weißt du genau:
Leichtigkeit fängt immer ein klein wenig
über dem Boden an...

Am Vorabend des 13. August

Bin aufgewühlt am Vorabend des 13. August,
habe das Gesicht dieses Tages vor 57 Jahren
vor Augen.
Ich war sechs, begriffen hatte ich
diese Ungeheuerlichkeit dieses Tages nicht wirklich.
Wir hatten abends oft Besuch, es wurde
getuschelt, geflüstert. Es roch nach Angst.

In der Nacht vor dem 13. waren zwei Lehrerinnen
bei uns und meine Eltern holten deren neuen
Kühlschrank. Dann tränenreicher Abschied.
Schweigen war angesagt. Schweigen war Gesetz.
Ich ging zur Schule,  als wäre nichts.
Gefühle bewegten mich.
Dann die Nachricht: Wir waren eingemauert
von einer 3,60 m hohen Mauer!
Getrennt, durchgeschnitten vom anderen Teil Deutschlands.

Hier breche ich ab. Dieses Geschehen mache ich
noch immer mit mir selbst aus.
Ich kann nicht begreifen, was uns da
an Unmenschlichem angetan wurde.
Ungeheuerlich.


Samstag, 11. August 2018

Gehen

Gehen ist meine  Leidenschaft.
Im Gehen reise ich in meinem Kopf
und entkomme so manchmal dem Leben.
Die Luft schmeckt anders mit jedem Meter,
die Augen stehen im Augenblick.
Sämtliche Vogelstimmen sind bekannt
und ich belle zurück, bellt der Fuchs.
Meine Heimat ist mir Maß meines Daseins,
die Natur ist mein Besitz.

Im Gehen muss ich nicht bei mir selbst bleiben.
Geneigt wie unser Strom zu sein,
schlage ich dann über mir zusammen.

Mancher Weg misst meine Kräfte,
lächelnd schnaufe ich ihn an.

Nehmt's mir nicht übel, am liebsten gehe ich allein.
Ich will einfach weiter, als jedes Gespräch reicht.

Gehen. Irgendwann muss ich gehen.
Gehen für immer.
Ganz sicher werden die Schritte  dann leichter sein....

Freitag, 10. August 2018

Welch schlechtes Theaterstück

Lautlos der heutige Morgen.
Vollkommen stumm.
Unantastbar scheint das Himmelsblau
und unten rum nur alles grau.
So grau.
Noch nie sah ich solchen Sommer.
Es tut weh.
Die Augen brennen beim Anblick
hundertjähriger Bäume.
Sie geben auf.
Geben sich auf.
Verdorren. Vertrocknen. Verbrennen.
Welch schlechtes Theaterstück!
Die einzelnen Szenen schon viel zu lang
und sparsam sind Farben und Töne.
Sie töten jegliches Gefühl,
weil nichts mehr will.

Gestern, heute..

Täglich möchte ich mir  ein Ziel setzen -
ein unbekanntes, ein bewegtes.
Gestrige Wünsche
sind doch heute längst tabu.
Es gibt ganz andere. Neue.

Ach, was träume ich hier
auf meiner windstillen Seite
des Lebens.
Ich bleibe doch gern ohne Wahl
mit geduldigem Herzen...

Bücherwände

Ich wünsche mir oft, so berührt zu sein
wie gerade eben, mit dem Blick 
auf die eigenen Bücherwände.
Mein Handrücken streichelt 
an den Buchrücken entlang mit dem Wunsch,
die AutorInnen könnten es spüren.

Und ich stehe einer langen Zeit
meines gelebten Lebens gegenüber,
in das ich eingedrungen bin,
oft und oft gar in den Seiten verschwunden,
mit dem Gefühl, das Gelesene 
mit eigener Kraft zu bewegen.

Zuhause bin ich in allen Inhalten nie geblieben,
doch angesiedelt habe ich mich immer.
Ja. Angesiedelt, um zu versinken.

Sollte ich irgendwann diesen Ort 
verlassen müssen, wird es um mich
geschehen sein.

Donnerstag, 9. August 2018

Wenn du kommst

Wenn du kommst,  kann es sein,
dass du noch die Trichterwinde blühen siehst.
Und aufgeregte Zwitschertöne wirst du hören
von den Spatzen, aus ihrem Futterhaus.

Ansonsten ist alles grau und grau und grau.
Der heiße Sommer zeigt sich 
als  vertrocknetes Herbstgesträuch.

Einzig der Himmel vertieft sich im Blau.

Die Natur resigniert. Der Mensch auch.

Du triffst hier Schweigen.