Samstag, 6. Juni 2026

Kurzgedanken ...*

Wo nur ist die Spur
Ich suche am Elbufer
Schwanenpaar mit Kind

Sehnsucht streift luftig
einige Sommerboten
Farbenfreudiges

Wann bin ich ganz ich?
Dann, wenn ich mich in dir finde.
Ich und du zum WIR.

Still ruh'n Feld und Wald
Sonnenglut am Horizont
Pferdegetrappel

Ohren und Augen suchen
den Reiter ohne Sattel

Ganz absichtsloses Denken greift nach mir.
Schnelles Wortfinden
Und flüsternd schaffe ich ein Gedicht
ganz ohne Absicht.

Nun wird es
Wiedereinstieg in die Welt
Schritt für Schritt

Samstag
Und schon denke ich
an den Rest vom Wochenende




Freitag, 5. Juni 2026

Nicht leer, aber schwer ...*

Mit dir zu reden,
ein leises Geben,
jedes Wort schwebt still im Raum.
Kein Echo,
kein Hall.
Mein Urteil des Jetzt.

Dann brechen Bilder
in mein Bewusstsein ein.
Sie bleiben über meinem Begreifen.

Nein, ich werde nicht suchen,
doch hören und sehen.
Trotzdem das alles schweigt.

Ich lasse die Stille fallen.

Sie ist nicht leer...


Du gingst, als ob du dich nicht irrst ....



Einst und noch immer ...*

Als es einst ernst wurde, 
schlechter, schlimmer,
dachten wir noch,
wir könnten alles auf die Reihe kriegen,
zur Normalität hin,
es für uns besser machen.

Besser machen für uns?
Es wurde nicht besser,
nur schlechter,
vor allem für dich.

Oft steht die Welt noch still.
Dann komme ich mir begraben vor.

Und dazu, zu meinem Fühlen grad, ein kleines Gedicht von Petros,
aus seinem Buch "Blaublaue Küsse"

Schon
Wird es Sommer, blüht
Die Nacht ohne Trauer
Fehlen die Tränen
Zum Weinen

Schon bist du mir
Zum Dichten nah

Danke, lieber Petros, dass deine Gedanken hier stehen dürfen....



Donnerstag, 4. Juni 2026

Gebete als Stütze ...*

Gebete läutern,
stellen sich nicht nur zum Schmerz, zur Trauer.
Sie werden Trost.
Dies fühlt sich so langsam lebendig an.
Trost wird zum Segen.
Und ich denke, 
meine Worte werden einst noch immer Zeugen sein von dem,
was so unermesslich weh tat  - gefühlte Erinnerungen.

Vielleicht sollte ich die Gebete,
die mich durchwandern, aufschreiben.
Sie tragen das Wissen und den Sinn 
dieser dunklen und hellen Zeit.

Sie öffnen mein Herz ....

Mittwoch, 3. Juni 2026

Zaubern möchte ich können....*


 Nachts übe ich (ohne Bild) mich an dich, an dein Gesicht zu erinnern.
Warum wird es schwächer?
Wieder und wieder versuche ich, 
dich hinter meinen Augen festzuhalten.
Doch nichts hält still,
immer ist da eine Bewegung,
ein kurzer Blick,
ein Aufleuchten deiner Augen,
ein Lächeln -
dann nur ein blasser Schimmer.
Gedanklich strecke ich die Arme aus,
will dein Gesicht fassen,
es streicheln,
doch alles entfleucht.
Liegt dies am anbrechenden Tag?
Bleib hier, flüstere ich.
doch nichts geschieht.

Fort schreitet die Zeit ....

Dienstag, 2. Juni 2026

Kurzes ...*

Rosenduft
Sehe dein Lächeln
Und weine

Der Rotmilan fliegt
Dreht Kreise auch über dir
Vom Himmel zum Grab

Die Nachtigall singt
Die Bank am Grab lädt ein
Wir lauschen beide

Lupinenblüten
beugen sich zu dir herab
Duft umhüllt dein Grab


Und dazu eine Weisheit von Petros aus seinem Buch "Spruchreif" :

*Loslassen ist der einzig notwendige Lebenskampf*

Freitag, 29. Mai 2026

Nachtgedanken ...*

Nachts spielt sich Schlaflosigkeit ab.
Der Versuch, nicht zu viel an dich zu denken, schlägt fehl.
Alles andere verträgt noch kein Nachdenken.
Nachdenken macht oft so viel mehr kaputt, 
was das Durchhalten betrifft.

Die Rathausuhr schlägt die 2. Stunde.
Ich messe meine Zeit an ihr,
schaue ins Dunkel und überlege,
wann ich das letzte Mal lange gesprochen habe -
gestern früh, stimmtrocken, wenige Worte am Telefon.

Ich sah dabei aus dem Fenster,
sah Blumen, die ihre Farben verschütten,
der Mohn rot, als würde er bluten - 
genau wie mein Herz.

Vielleicht ist es an der Zeit, 
mir kleine Ziele zu stecken,
die leicht zu erreichen sind -
einfach raus gehen, 
den Radioknopf drücken,
Blumen fotografieren,
bei der Nachbarin Hallo sagen ...

Nein, noch nicht.
Ziele werden zu Notwendigkeiten.
Noch lehne ich sie ab,
noch brauche ich nichts davon,
alles wäre noch zu früh,
mein Status hat sich noch nicht verändert.

Die Schwelle des normalen Lebens ist
einfach noch zu hoch ...

Montag, 25. Mai 2026

Und immer wieder ....*

Der Bruchteil eines Atemzugs geht tief.
Das Herz schlägt schnell in einem kleinen Lächeln.
Unwirkliches klingt in der Luft - du fehlst.

Innen formt sich erneut Schmerz,
immer und immer wieder.

Du bist nicht mehr in dieser Zeit.
Doch ich finde dich in jedem Gedanken.
Ich spinne Fäden, hülle dich darin ein.
Dich und mich.

Solch Moment fühlt sich stets anders an als alles andere,
inniger, nur uns beide betreffend.

Die Außenwelt verblasst,
die du verlassen hast.

Viele Möglichkeiten öffnen sich,
in denen du mir nah bist - fast da.

Augenblicke, die uns unseren Raum schaffen.
Für alle Zeit.
Für immer.