Mittwoch, 11. Dezember 2019

Rosenzeit?

Freudig, staunend gar blicken
meine Augen auf die noch blühenden Rosen,
die einen Vorgarten schmücken.
Denn Winter ist's,
für Rosen nicht die Zeit.
Es ist wahr, seine Kälte
zeigt sich spät in diesem Jahr.
Nur der Wind kommt eisig daher,
will mit den Rosen tosen,
sie auf seine Art liebkosen,
doch sie stehen windgeschützt.
Bemützt von Reif
ist nur der Pfeiler am Tor.
Ich ahne,
dort steht schon der Winter davor...

(das Foto ist nicht so klar, aber ich wollte die noch blühenden Rosen
unbedingt zeigen)


Kleine Fichte

Kleine Fichte,
es sieht so aus
als würdest du dich
absichtlich ganz
nach oben strecken.
Willst du dich etwa
im Haus verstecken?
Ein Weihnachtsbaum werden?
Diesen gedachten Spaß
werde ich dir wohl verderben.
Du wirst GRÜN bleiben,
nicht mit Glitzer behangen sterben.

...

Deine Nacht rollt aus dem Tag
wie meine.
Und Schnee ist kalt.
Wir stehen
sprachlos, still und leer.
Sehnsucht ragt nur aus dem Dunkel.
Ungeschützt
hocken wir da,
kein Dach über uns,
welches die Lebensstürme
widerstehen lässt.
Und Reif haucht aus deinem Mund,
zerschneidet die Worte im Reden.
Wir tauen auf
und merken,
da löst sich etwas,
was fest gewesen.

In dieser Stunde

Der Tag fällt in diese Stunde.
Ich umrunde sie
und komme den äußeren Dingen sehr nah.
Die Sonne lacht mich tief an,
den Wind höre ich flüstern.
Ich sehe dem Tag zu
wie er goldig schimmernd erwacht.
In mir lacht das Leben.
Für diese Stunde
weiß ich
genug!

Dienstag, 10. Dezember 2019

...was du liebst

Hinter deiner Stirn
sich nie so ganz
die Klarheit fing.
Für Wünsche offen
für reine Wahrheit zu müde
Gedanken trübe,
denen der Optimismus fehlt.
Wer baut sich
solch eine obskure Welt außer dir?!
Versuch dich nicht
in allen Dingen zu finden.
Du wirst sie sowieso nicht ergründen.
Erlaube dir einfach erst einmal nur
alles, was du liebst... 

Freitag, 6. Dezember 2019

Gegrübeltes

Auf unserer Erde gibt es zu viele Schatten.
Jemand könnte meinen, Schatten sind auch von Nutzen,
diese meine ich nicht.
Ich schreibe von den Schatten, die die Seelen der Menschen
verdunkeln, sie erkalten lassen.
Neid. Hochmut. Feindschaft. Hungertod. Die Liste ist verlängerbar.
Ich zünde eine kleine Kerze an. Wärme strahlt.
Doch sie tropft. Ihre Tropfen sehen aus wie Tränen.
Ja. Sie weint, denn sie kommt gegen solche Schatten nicht an.
Eine große, dicke Kerze hat besondere Leuchtkraft. Sie weint nicht.
Lässt ihre Außenhaut stehen, brennt nach innen bis der Docht ertrinkt.
Sie will keinen Schatten werfen, aus Angst, sie könnte damit Unrecht
abdecken.

Dieses Gedankengedicht stelle ich seit acht Jahren immer wieder ein
und stelle fest - besser  ist wenig, schlechter ist mehr geworden.....

Zum Nikolaustag

Das Weihnachtsfest gibt mir den Rest.

Socken für Männe noch nicht fertig gestrickt

nur zu Bloggerseiten wird geklickt

Da schreiben Freunde hurtig, munter, heiter
Schluss nun, das geht so keinesfalls weiter.
Schnell die Nadeln angespitzt
Sahne in den Tee gespritzt
stricken, bis die Nadel sich erhitzt
und endlich dann die Ferse sitzt.
Der Nikolaus, er schaut von oben
beide Arme hat er ausgestreckt erhoben
wo bleibt der Schnee für den Schlitten
Frau Holle, lass dich doch nicht so lang bitten
schüttle endlich, so fest du kannst
bis die Flocken kommen getanzt
dann schaffe ich es bis zum entferntesten Haus
ohne diese weiße Pracht wäre es ein Graus.

Montag, 2. Dezember 2019

Erste Woche im Advent


Liegt noch Spannung in der Luft, wird noch Vorfreude verteilt?
Alle Süßigkeiten von vielen längst gekauft, gekostet...
Mit dem Advent beginnt alles neu, fängt alles an.
Wir wechseln unseren Rhythmus in den des Innehaltens, des
Aufatmens, der inneren Einkehr, der stilleren Zeit.
Wir lassen uns mitziehen in die Hoffnung, singen und reden
von dem, der da kommen wird.
ER kommt ganz klein in die Welt.
ER kommt ganz leise in die Welt.
Selbst die, die nicht glauben, verändern sich.
Niemand verschließt sich den Advents- und Weihnachtsliedern,
alle mögen die Besinnlichkeit bei Kerzenschein.
In solcher Zeit denke ich gern auch mal zurück.
Als Christen hatten wir es gar nicht so leicht.
Selbst von Verwandten wurde man
belächelt. Was war damals Kirche?
Es gab Menschen, die fühlten sich stark
im Lästern des Glaubens.
Meine Geste blieb das Kopfschütteln, denn
Weihnachten wurde von NIEMANDEM
verachtet. ALLE feierten und feiern die christlichen Feste.
Und nach der Wende wendeten sich dann
viele dem Glauben zu, taten so, als wären sie
ihm schon immer zugetan.
Doch Gott ist die Liebe.......
Ich wünsche all meinen Freundinnen
und Freunden
eine WUNDERvolle Adventzeit,
ein offenes Herz, welches der Seele
alle Räume öffnet - im Kerzenschein,
im Duft von Plätzchen, in Musik,
in Liedern und Gedichten.....

... ein Traum

zu selten
in deinem ruhigen atem geborgen
der wunsch
einer nacht
ein traum
allein
alles liebevolle
deines selbst
bleibt zuflucht mir

Wunsch

Und flüsternd sage ich:
Du bist mein Wunsch!
Dein Lächeln liegt auf meinen Lippen.
Ich koste dies gern aus,
will von dir nippen
und gebe leise kund -
ich werde lang nichts sagen,
nur wagen, leis zu reden,
ohne dich zu treffen.
Du bist für mich!

Montag, 25. November 2019

Kommt
sucht
zupft
und findet,
aus dem
was ich
mit Worten begründet,
für euch
das Passende heraus.
Und etwas davon,
was ich mir
dabei gedacht,
wird
am seidenen Faden hängen.
Doch längst
nicht so schwer,
dass er reißt.


Irgendwann

Wann
du so seltsame Stunde
wirst du
dein Ende finden
Dieses Jetzt
ist so groß
und atmet lang  -
Irgendwann

...

Noch nachtbenommen sehe ich
total verschwommen die Fantasie,
so lustig wie noch nie,
angeschlendert kommen.
Missmutig dreh ich mich zur Seite,
sage ihr: Such du heute bitte das Weite
und lass mir meine Ruh'!
Unterstreichend mache ich die Augen zu
und falle zurück auf das Kissen.
Ich will heute nichts wollen, nichts wissen,
vor allem nicht schreiben.
Ich lasse mich einfach so bleiben...

Freitag, 22. November 2019

der pfeil

der wind
hat dem himmel
alle wolken genommen
leis öffnet sich das tor
der erinnerung
dann
trifft mich lautlos
ein pfeil aus dem gestern
ich halte still
so
als hätte ich ihn nicht
gespürt

Friedlich

Langsam, schleichend
schlägt der Abend die Augen auf.
sichtet alles in Mondes Licht,
blickt auch mir ins Gesicht
bevor er sich ruhig,
doch spät,
schlafen legt.
Er weiß, heute wird nichts Schweres
in die Dunkelheit fallen,
nichts Lautes wird hallen.
Es wird nur friedliche Schatten geben -
und meinen Wunsch:
Möge es überall friedlich leben,
das Leben...