Dienstag, 7. Juli 2026

Nichts ist mehr wie es war ...*

Ich war doch immer dein Sonnenkind.
Du mochtest alles Strahlende an mir, alle Fröhlich- und Freundlichkeit.
Du sagtest nie viel mit lauten Worten, 
doch deine Gesten im Gesicht waren mir bedeutungsschwer.
Und Streit war dir sowieso zuwider.
Ja. All dies machte das für mich aus.
Ich konnte einfach nicht ohne dich sein,
denn schon als alles mit uns begann,
schüttete ich mein Leben in dich.
Alles liebte ich mit dir zusammen.
Ach, ich möchte schreien,
dass du mich hörst ...

Wozu nur mache ich daraus so viele Worte?
Weil ich das Leid ausleben muss.
Nichts davon kann ich unterdrücken.
Dafür warst du mein Ganzes, mein Alles ...

Und deshalb schreibe ich.
Mehr und mehr werde ich wie eine Indianerin.
Reden galt in deren Volk als Verschwendung von Kraft.
Und die galt es wiederum anzusammeln nicht zu vergeuden...

Ich sitze auf den Stufen vor unserem Haus.
Ich warte - doch worauf?
Du kommst nicht mehr lächelnd um die Ecke 
und ich gehe dir auch nicht mehr entgegen.
Müde bin ich.
Müde macht mich der Schmerz.
Mein Leben liegt schief.
Ich vergesse mich,
weil ich nur an dich denke.
Das gewohnte Leben gibt es nie mehr ....


Dienstag, 30. Juni 2026

Die Farben meiner Welt ...*

Ich singe dir Weinen. 
Es klingt wie deine Rosen.
Sie duften nach Himmel.
Sie strahlen in ihrer Schönheit reale Wirklichkeit.
Nein. Keine vergebliche Zeit.
Nur eine, die ganz tief bleibt.

Ich singe den Schmerz mir aus dem Herzen.
Es hilft für einen kleinen Augenblick.
Ich blicke auf deine Rosen zurück
und verliere darin kurz mein Leid.

Ja. Das Leben, trotz erklärbar, ist schon manchmal seltsam.
Und Seltsamkeiten sind nicht wirklich selten ....





Die Trichterwinde
öffnet das Tor nun zu dir
Ein leuchtender Schein




Mein Sessel im Wald
Für eine kurze Rast nur
Der Baum duftet sehr



Ein Freudenspender
Der Wind hat seine Freude
Wirbelt ihn rundum




Montag, 29. Juni 2026

Nichts stört ...*

Donnerhall
Abendgewitter
Blitz auf Blitz

Leseabend.
Was auch sonst.
Stille.
Denn Dinge stören sich nicht.

Ich schaue auf und vor mich hin.
Türen stehen offen,
dahinter finde ich alles,
was ich niemals vergessen kann -
dich.
Meine Gedanken schweifen
und immer wieder fällst du mir ein.
Und ich weine und ich denke -
vielleicht weinst auch du.

Und so dunkelt der Abend in die Nacht.
Und ich denke zu dir: 
Weine nicht wegen mir,
denke dich in die Hälfte meines Herzens,
welche du mitgenommen hast.

Und ich höre dich sagen: 
Häschen, morgen sieht alles wieder ganz anders aus ...

Regen rauscht
Wasserfässer voll
Lohnendes

Rosen verregnet
Eine ist noch für dein Grab
Sie wird dann blühen

Sonne setzt sich durch
Da war doch was - es sommert
Schwalben fliegen hoch

Sonntag, 28. Juni 2026

Ach, ich weiß nicht, und doch ...*

Ja. Ich spüre, ich komme grad täglich neu auf die Welt.
Nichts ist mehr wie es gestern war
oder gar vor einiger Zeit.

Wie passt das nur alles zusammen im Leben.
Ich stehe, tief verwurzelt, doch wacklig da,
weil mir dein Halt fehlt.

Das Leben ist nicht immer bereit, für das,
was mir gut tun würde.
Doch irgendwann wird sich das Blatt wenden,
zum Besseren hin ...


Sternenklare Nacht
Der Mond wacht über die Welt
Mit ernstem Gesicht

Ein Sonnenlichtspiel
malt Bilder auf den Boden
Natur-Kunstwerke

Tag beugt sich der Nacht
Müdigkeit drückt den Körper
Stille macht sich breit

Traumloses Schwinden
Der volle Mond schaut gern zu
Mit einem Zwinkern

Ein Fuchs schnürt durch's Feld
Er fühlt sich als großer Held
Füchsin sich zu ihm gesellt.

Drei Schmetterlinge
Edelsteine der Natur
Auf Blütensuche




Ein Baumstamm so schön
Der Rindenschmuck vom Feinsten
Wacht am Friedhofstor



Vier Jahreszeiten
Meine Klöppelarbeiten
Sie schmücken die Wand


Welch ein Wolkenspiel
unter dem blauen Himmel
Weiter Augenschmaus



Eulengewölle
Das Nest lag auf dem Boden
Für Biologie


Die blaue Stunde
Sie könnte ewig dauern
Augen - sinnlich - satt

Samstag, 27. Juni 2026

Ein seltsamer Tag ...*

Alles fügt sich heute so seltsam,
will im Gedicht entladen,
will redend schreiben - nicht zu laut,
vielleicht ein wenig farblich erzählen,
Glaubenssätze in alten Rahmen finden
in flüchtiger Schrift 
und undeutlichen Zeichen.
Bedauerlich.
Es wird nichts draus.

Ich trete doch gern ein in Gedanken.
Doch gerade gerate ich ins Wanken,
weil noch deine Träume den Raum
bis unter die Decke füllen.
Die Verlorenen dabei wiegen sich traurig im Stillen.
Und die Erfüllten schießen auf mich noch immer die Pfeile.

Ein nun Erfüllter rührt mich an, ein Traum vom Horizont,
in dem nun unausweichlich deine Seele wohnt ....

(Ein viertel Jahr ist:s her, als du von mir gingst und ohne Widerkehr...)

Dienstag, 23. Juni 2026

Selbst ist die Frau ...*

Heute will ich euch mal erzählen, wie ich den Alltag nach dem Motto - Selbst ist die Frau - gestalte.
Ich habe mir eine kleine schnurlose Handsäge gekauft. Die Säge meines Mannes ist mir viel zu unhandlich, weil sie ja viel größer ist. Im Garten stehen noch dickere Äste an den Zaun gelehnt, die nach einem Schnitt rufen. 
Es funktioniert ganz gut, sie ist zwar handlich, aber doch auf längere Zeit ein wenig schwer. 
Aber mich treibt niemand, ich kann mir die Arbeit einteilen.
Und ich glaube, mein Mann wäre stolz auf mich.
Dann sorgen meine Mädels dafür, dass mir nicht langweilig wird - Kirschen sind zu entsteinen,
einzuwecken oder einzufrieren. 
Und meine Kräuterwiese ruft auch täglich laut, Kräuter wollen getrocknet werden für Tee, als Gewürze.

Vormittags tobe ich mich in allem aus, doch ab Mittag kehrt Ruhe ein. Dann sitze ich draußen mit Büchern oder ist sticke  an meinem Meisenbild. ODER ich schaue einfach nur in das viele Grün, höre den Vögeln zu, beobachte Insekten. Abends füttere ich dann meinen treuen Freund, den Igel. Er stört sich nicht an mir, schmatzt laut sein Igelfutter und trinkt kühles Wasser. Hat er die Hälfte des Futters gefressen, dann ruht er sich, unweit von mir, auf einem Brett, welches ich eigens für ihn hingelegt habe, aus. Das dauert so eine halbe Stunde, dann frisst er den Rest, läuft noch ein wenig rum, schnuppert, scharrt sich und trollt sich dann.
So vergeht ein Tag um den anderen.
Ach, und ich habe mir einen E-Scooter - Roller gekauft. Ich kann drauf sitzen und wenn er in Fahrt kommt, dann kann ich bis zu 30 kmh schalten, aber sooo schnell trau ich mich nicht. Doch damit komme ich gut auf den Friedhof oder zum Einkaufen oder Lindenblüten sammeln. Ich bin damit unabhängig!

Freitag, 19. Juni 2026

Viel Kurzes im Langen ...*

Die Seite vergilbt 
Eine verblasste Zeichnung
Brüchig das Papier

Silberne Flecken
zeichnen sich auf dem Moos ab
Ein Sommerregen

Wispern des Windes
streift die Buchenbaumkrone
Alles Laute stumm

Licht vom Wald verschluckt
Baumkronen mildern Hitze
Moosschritte ganz leis'

Die Meisen füttern
Leises Piepsen im Kasten
Dafür mein Lächeln

Keine Brücke von Hüben nach Drüben.
Das Wasser fließt mit der Wahrheit und der Wirklichkeit davon.
Im Meer treffen sich all die Gedanken.
Hoffnungslos.

Blühende Rosen.
Tauben und Spatzen im Futterhaus. 
Blauer Himmel und schneeweiße Wölkchen.
Ein Milan, zwei Störche kreisen.
Vereinzelte Holunderblüten noch
zwischen fast reifen Beeren. 
Elstergekrächz.
So viel lebendige Poesie überall.

Vielleicht trage ich ja einen grünen Zweig
im Herzen,
auf dem sich die Vögel nieder lassen...

Mein Schreiben macht mir mein Leben leichter,
ohne dass mein Leben leichter wird ...
Ist das paradox?