Dienstag, 23. Juni 2026

Selbst ist die Frau ...*

Heute will ich euch mal erzählen, wie ich den Alltag nach dem Motto - Selbst ist die Frau - gestalte.
Ich habe mir eine kleine schnurlose Handsäge gekauft. Die Säge meines Mannes ist mir viel zu unhandlich, weil sie ja viel größer ist. Im Garten stehen noch dickere Äste an den Zaun gelehnt, die nach einem Schnitt rufen. 
Es funktioniert ganz gut, sie ist zwar handlich, aber doch auf längere Zeit ein wenig schwer. 
Aber mich treibt niemand, ich kann mir die Arbeit einteilen.
Und ich glaube, mein Mann wäre stolz auf mich.
Dann sorgen meine Mädels dafür, dass mir nicht langweilig wird - Kirschen sind zu entsteinen,
einzuwecken oder einzufrieren. 
Und meine Kräuterwiese ruft auch täglich laut, Kräuter wollen getrocknet werden für Tee, als Gewürze.

Vormittags tobe ich mich in allem aus, doch ab Mittag kehrt Ruhe ein. Dann sitze ich draußen mit Büchern oder ist sticke  an meinem Meisenbild. ODER ich schaue einfach nur in das viele Grün, höre den Vögeln zu, beobachte Insekten. Abends füttere ich dann meinen treuen Freund, den Igel. Er stört sich nicht an mir, schmatzt laut sein Igelfutter und trinkt kühles Wasser. Hat er die Hälfte des Futters gefressen, dann ruht er sich, unweit von mir, auf einem Brett, welches ich eigens für ihn hingelegt habe, aus. Das dauert so eine halbe Stunde, dann frisst er den Rest, läuft noch ein wenig rum, schnuppert, scharrt sich und trollt sich dann.
So vergeht ein Tag um den anderen.
Ach, und ich habe mir einen E-Scooter - Roller gekauft. Ich kann drauf sitzen und wenn er in Fahrt kommt, dann kann ich bis zu 30 kmh schalten, aber sooo schnell trau ich mich nicht. Doch damit komme ich gut auf den Friedhof oder zum Einkaufen oder Lindenblüten sammeln. Ich bin damit unabhängig!

Freitag, 19. Juni 2026

Viel Kurzes im Langen ...*

Die Seite vergilbt 
Eine verblasste Zeichnung
Brüchig das Papier

Silberne Flecken
zeichnen sich auf dem Moos ab
Ein Sommerregen

Wispern des Windes
streift die Buchenbaumkrone
Alles Laute stumm

Licht vom Wald verschluckt
Baumkronen mildern Hitze
Moosschritte ganz leis'

Die Meisen füttern
Leises Piepsen im Kasten
Dafür mein Lächeln

Keine Brücke von Hüben nach Drüben.
Das Wasser fließt mit der Wahrheit und der Wirklichkeit davon.
Im Meer treffen sich all die Gedanken.
Hoffnungslos.

Blühende Rosen.
Tauben und Spatzen im Futterhaus. 
Blauer Himmel und schneeweiße Wölkchen.
Ein Milan, zwei Störche kreisen.
Vereinzelte Holunderblüten noch
zwischen fast reifen Beeren. 
Elstergekrächz.
So viel lebendige Poesie überall.

Vielleicht trage ich ja einen grünen Zweig
im Herzen,
auf dem sich die Vögel nieder lassen...

Mein Schreiben macht mir mein Leben leichter,
ohne dass mein Leben leichter wird ...
Ist das paradox?

Mittwoch, 17. Juni 2026

Manchmal ist es so ...*

Um mich und in mir ist es immer noch still (weil ich es so mag).
Dieses Schweigen zu tragen, habe ich täglich neu gelernt.
Ich begreife es als eine Art von Schutz.
Und manchmal fühlt es sich an,
als hätte ich kleine Schritte 
aus der Zeit getan.
Bin gerade ein Feuer,
welches nicht brennt.
Und Schatten formen sich,
werden dicht,
halten Gewicht.
Doch,
ich bin bei mir,
bin unversehrt ...

Und gestern wurde ich abgeholt zum Spaziergang.
Auf unbeholfene Weise
blickte ich pflichtschuldig umher.
Doch solche Blicke erschöpften sich rasch.
Nur mäßig interessiert erkannte ich,
dass mein *Guide* doch offenbar missvergnüglich
zufrieden mit sich und allem ringsum war.
Ich wartete noch immer, 
irgend eine Zauberformel zu hören,
mit der sie mich ködern könnte.
Weit gefehlt.
Für mich wird dieser Gang namenlos
und letztendlich vergessen bleiben ...

Montag, 15. Juni 2026

Ich bin bereit ...*

Alles, was du zurück gelassen,
fühlt sich in mir matter an.
Der Tod hat so schnell nach dir gegriffen,
doch dich erlöst.
Immer wieder befällt mich Trauer
wie plötzliche Regenschauer.

Mir wird klar und klarer,
Trauer endet, ohne jemals richtig zu enden.

Nun balle ich meine verbliebene Kraft,
habe mich stückweit aufgerafft
und bin bereit,
mich dem Leben hinzugeben.

Ich bin bereit,
mein Leben neu zu füllen -
um deinetwillen -.

Sonntag, 14. Juni 2026

Ein Vor und Zurück ...*

Jede einzelne Silbe, die nicht für dich,
möchte ich am Gaumen zerdrücken.
Ach, mein Kopf steckt im Himmel,
doch meine Füße stehen im Chaos meines Denkens.

Ich fühle mich so unaufgeräumt.

Ganz leicht ist es wahrlich nicht, 
dich mit meinem Ich noch zu identifizieren,
welches die eigene Lebenswirklichkeit doch prägen will.

Was, bitte, ist in mir grad wirklich?

Wie eine Persiflage allemal ....

Freitag, 12. Juni 2026

Manchmal, ein wenig mehr ...*

Mein Weinen sammelt sich,
hängt schwer und voll in meinen Augen.
Es zeugt als Zeichen des Vermissens.

Alles von dir
schieb sich von mir weg
und lässt mich fragen:
Wie gut noch ist tatsächlich dieses Hier?

Mit tut sich's auf als fremder Ort,
in dem du fehlst.
Doch, du bist fort.

Nun, manchmal wage ich ein kleines Lächeln
in dieses schwere Gefühl ....


Im Garten sitzend
Dein Platz neben mir ist leer.
Tränen und Rotwein

Mittwoch, 10. Juni 2026

Gedankliches ...*

Immer fühle ich diesen Bann,
überlasse ihn dem Augenschein,
bis ich von irgendwo einen Ton vernehme.
Ob ich ihm zuhöre, 
während ich ihn höre -
ich glaube nicht.

Oft denke ich,
nur gut, 
dass die Zukunft noch so weit weg ist -
nicht schon nächstes Jahr
oder in zwei, drei Jahren.
Ich brauche sie nicht mehr so wirklich.
Doch meine Kinder und Enkel.

Aber reden steht im Wort,
ja, man redet immer wieder darüber -
öffentlich, oft undurchsichtig
und damit einfach nicht zu verstehen.

Ich wünsche mir nur Frieden ...