Montag, 2. Februar 2026

Ach, käme alles doch schneller anders*

Sprachloser werde ich.
Alles ist so schnell gesagt,
wenn man Worte für alles hat.
Tief in mir regnet es
und Tropfen stechen Eisnadeln gleich.
Kein Wissen, wohin alles noch führt,
vermissend den Sinn,
nicht hoffend, dass alle Welt ins Koma stürzt.
Alles kommt aufgebläht und unecht an.
Mich schnürt die Angst zu vergessen,
dass alles doch auch ganz anders sein kann.
Wie oft schon zeigte sich, dass wir Menschen
die Schwachen des Universums sind,
stärken wir uns doch an so viel Falschem,
verändern uns ins Gegenteil
und driften an so nahe gelegenen Lösungen
blind vorbei.
Ich will nicht, dass Dunkelheit zunimmt,
uns innerlich einnimmt....

Sonntag, 1. Februar 2026

Wieder mal ein Dankeschön zu euch allen hin*

Manchen Gedanken zerrätselt zwischen meine Zeilen geworfen.
Nun, sorgsam aufgehoben vom Boden der Stille,
befreit vom Geruch kalter Luft.
Und in jeder schwächelnden Stunde
meine Traumzeit der Gefühle gehegt, gepflegt, neu bepflanzt,
bis der Ruf des Echos alles zu euch allen wirft....

Samstag, 31. Januar 2026

Einst schrieb ich gern von Liebe*

Nimm mein Gesicht
für einen Wimpernschlag
in deine Hände
zeigt dich nicht fremd
in diesem kurzen Augenblick
Schür du die Illusion
erwecke du die Liebe
und lass mich
niemals mehr
allein zurück ...

Jung sein war doch so wunderschön, lächel ...

Freitag, 30. Januar 2026

Kurz und bündig*

Alte Kapelle
weitab vom Gut
Waldgeheimnis

Krähenvögel
schwärzen den Himmel
und das Feld

Fasching
Menschen ohne Humor
lachen

Heustadl
duftet weit
Winterration

Kantoreigesang
Bach spielt
die erste Geige

Schneeglöckchen
Vorboten des Frühlings
Im eisigen Wind

Ein Pestkreuz
am Eingang und Ausgang
Erinnert

Donnerstag, 29. Januar 2026

Und wieder erinnere ich daran*

Ihr Lieben, Auschwitz steht gerade ganz oben. Zu Recht! So etwas darf nicht wieder geschehen! Doch als die sowjetischen Soldaten die Lagergefangenen befreite, waren sehr viele Soldaten noch für Jahre in Russland in Gefangenschaft. Es stimmt, Deutschland hat den Krieg begonnen, geführt. Doch es waren nicht die Soldaten, die dafür verantwortlich waren, denn, wer will schon Krieg und in ihm fallen...
Doch es gibt sie, die andere Seite der Medaille und auch die sollte nicht vergessen sein.

Mein Schwiegervater kam fast sechs Jahre später erst aus
der Gefangenschaft nach Hause. Fragten wir ihn, was er
durchmachen musste, dann sagte er nichts weiter als den Satz: Glaubt mir Kinder, dies wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht, diese Winter.... Ich glaube, er erholte sich nie mehr davon und starb sehr früh an Muskelschwund ....
Es ist falsch, darüber kein Wort zu verlieren.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Haiku-Zeit*

Taubenfedernflug
Vom Feld erhebt sich ein Greif
Frische Fuchsspuren

Vorwitziges Blüh'n
Kroküsse knicken arg ein
Blaues Farbengrab

Früher Morgen
Die Amsel singt
Kündet ihr Revier

Ach, Nachbars Katze
hat Stammplatz auf dem Pfeiler
Lebend-Statue

Autostau
Quietschende Reifen
Windschweine 

Dienstag, 27. Januar 2026

Solches Denken gibt es auch*

Sie hat um mein
*Schönes-Wochenend-Ticket* gebettelt -
Ich frage:
Sind Sie obdachlos?
"Wohnungslos bitteschön"
korrigierte sie mich in einem beherrschenden Ton
und erzählte, dass sie mit
meiner Karte noch nach Düsseldorf will,
und von dort mit viel Glück nach Wien oder Paris.
"So weit rum gekommen bist du sicher noch nicht,
ich hab ja so schon ganz Europa gesehen*
und - ich hätte eine schöne Jacke an.
Nimm meine Karte,
sagte ich -
die Steuern bezahle ich
eh schon mit für dich !
Meine Jacke
behalte ich!
(Eine Begegnung, die in mir Wut erzeugte.
Eine Frau, die im Gespräch nichts gelten ließ,
die immer Recht hatte, die gar nicht anders
leben will. Sie sagte zu mir: Ihr Arbeitenden,
ihr seid doch selber Schuld, geht, bis ihr
auf der Schnauze liegt - und das nennt ihr
dann schönes Leben! Wie blöd ihr doch seid!!!
.... ich hätte ihr sonst meine Jacke gegeben!)