Freitag, 29. Mai 2026

Nachtgedanken ...*

Nachts spielt sich Schlaflosigkeit ab.
Der Versuch, nicht zu viel an dich zu denken, schlägt fehl.
Alles andere verträgt noch kein Nachdenken.
Nachdenken macht oft so viel mehr kaputt, 
was das Durchhalten betrifft.

Die Rathausuhr schlägt die 2. Stunde.
Ich messe meine Zeit an ihr,
schaue ins Dunkel und überlege,
wann ich das letzte Mal lange gesprochen habe -
gestern früh, stimmtrocken, wenige Worte am Telefon.

Ich sah dabei aus dem Fenster,
sah Blumen, die ihre Farben verschütten,
der Mohn rot, als würde er bluten - 
genau wie mein Herz.

Vielleicht ist es an der Zeit, 
mir kleine Ziele zu stecken,
die leicht zu erreichen sind -
einfach raus gehen, 
den Radioknopf drücken,
Blumen fotografieren,
bei der Nachbarin Hallo sagen ...

Nein, noch nicht.
Ziele werden zu Notwendigkeiten.
Noch lehne ich sie ab,
noch brauche ich nichts davon,
alles wäre noch zu früh,
mein Status hat sich noch nicht verändert.

Die Schwelle des normalen Lebens ist
einfach noch zu hoch ...

8 Kommentare:

  1. ja, es braucht zeit...
    ich musste gerade an eines meiner gedichte denken, ich denke es passt zu deinem fühlen:

    endlos

    und trägt der Wind
    mir flüsternd
    deinen Namen zu

    spielt sanft mit
    meinem Haar
    wie damals deine Hand

    dann steh ich stundenlang
    am Meer, find wie die
    Wellen keine Ruh

    du sagest, warte dort auf mich
    und gingst – ich blieb
    Sturmmöwen sterben nicht an Land

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    1. Oh Isabella, ja, das trifft es genau, ich danke dir sehr dafür, du Liebe.
      Herzlichst, Edith

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  2. Liebe Edith,
    ganz sicher wirst Du diesen Zeitpunkt gut wahrnehmen können, wann es für Dich passend ist, Dich wieder in die Außenwelt zu bewegen. Es gibt niemanden, der einem da etwas raten könnte. Und schon gar nicht ungefragt, wie ich finde. Ein Rat kann sehr schnell zu einem Ratschlag werden - wenn Menschen Situationen einfach nicht einsehen können. Wir sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Reaktionen.
    So eine nächtliche Schlaflosigkeit kenne ich in ähnlicher Weise, vor allem, wenn ich in Sorge an meine Eltern denke. Da können mir kaum andere Gedanken gelingen, bis ich stumm ein Gebet formuliere. Es bringt mir leichte Entspannung, die ich mir allerdings auch wünsche, da es mir sonst schwerfällt, im Leben immer wieder zur Zuversicht zurückzufinden.
    Ich schicke Dir herzliche Gedanken, C Stern

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    1. Liebe, gute C Stern, ich danke dir so sehr. Ja, du weißt wie Menschen reagieren, es tut nicht immer gut.
      Ich hoffe, deinen Eltern geht es noch gut und die findest im Gebet Erleichterung. Mir geht es jedenfalls immer besser nach dem Beten.
      Danke vielmals von Herzen,
      Edith

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  3. Es ist sooo gut wie du dir selbst in deiner Trauer mit Worten begegnet, Edith. DANKE, dass ichvteilhaben

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    1. Lieber Petros, ich danke dir in zweierlei Hinsicht - dass du wieder da bist und dass ich deine Bücher habe, in denen ich schon so viele Jahre lese und mir immer etwas daraus entnehmen kann an Gedanken, die mir helfen.
      Dir alles Gute,
      herzlich, Edith

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  4. Es ist gut, Edith, wie du dir in deiner Trauer mit Worten selbst begegnest. Wenn der Schmerz Worte findet, hat die Heilung schon begonnen.
    LG Petros

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    1. Danke, Petros. Ja, Worte helfen mir gerade sehr, vor allem, wenn ich sie niederschreiben kann. Es ist wie Medizin irgendwie. Noch ist es so sehr schwer, ich finde einfach kein Loslassen....
      Liebe Grüße zu dir
      von mir.

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