Dienstag, 9. Januar 2018

Uralte Eiche

Mir ist, als schaut mich meine uralte Eiche
aus wimpernlosen, noch fest geschlossenen Augenlidern an.
Augenlider, die sie bald wieder ganz öffnen wird,
dann, wenn die Sonne sich flüchtig
von ihrem Blattgrün in den Schatten verirrt.
Mir ist, als warten in jedem Ast meine Worte
sprungbereit, winterflüchtig,frühlingssüchtig.
Nein. Sie werden dich, Baum, nicht zu früh verlassen,
der Winter wird deine ersten Triebe
hoffentlich nicht mit Frostfingern fassen.
Schließ die Augen, lass sie noch zu.
So finden meine Frühjahrsworte
in dir noch nötige Ruh'.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Wunsch

Die Sonne strahlt in den Tag,
der Falke sitzt auf der Lehne
des Gartenstuhls und
schmachtet die Spatzen an.
Ich lache zu seinem Mut,
packe das Paket
der Zufriedenheit aus
und hoffe,
dass das Heute auch noch 
Morgen geschieht.

Dienstag, 2. Januar 2018

Ich darf vom Winter träumen

Viele Gedanken hatte ich im Herbst ausgesät
im Garten  hinter dem Haus.
Sie sind Träume geblieben,
Träume der vierten Jahreszeit -
denn die Saat ging  nicht auf,
der Boden zu hart,
die Temperaturen zu lau.

Die Uhr des Winters steht.
Die Zeit lässt es geschehen,
lässt zu, dass nur Gedanken
dem Schnee gehören,
Gedanken in klirrender Luft.

All dieses schwärmerische Denken
gehört einer Zeit, die die Zeit aufhebt,
die alles anders erscheinen lässt,
in der ein besonderer Zauber inne wohnt,
die sich im Licht bricht
und rote Nasen formt.

Mein Blick nach oben vermisst
das fallende Weiß,
das wirbelnde, tanzende,
geräuschlos schwebende Weiß -
einem Etwas aus fast nichts.

Montag, 1. Januar 2018

Zu guter Letzt

Zu guter Letzt
bleibt von Neujahr
auch nur ein Rest, der,
der von Silvester blieb.

In mir  noch ein Lied,
mit dem das Neue begann,
es schloss mich ein
in seinen Rhythmus
als das Alte zerrann.

Ich erdenke, was ich schreibe neu,
dauere manchmal einfach so vor mich hin,
und spüre, das Jahr ist im Lauf.

Ich werde so alt sein wie ich mich fühle,
auch so alt wie ich bin.

Beginn des Neuen

...noch jung ist's
Noch ganz jung ist's.
Und doch stehen wir- schon
wieder mitten drin.
Ich halte nicht viel
von Fragen:
Wie wird es werden?
Was wird es bringen?
Für mich ist das Jahr
ähnlich einem Gedicht.
Es kommt wie es kommt,
oft einfach so, dann überraschend,
leicht, auch schwer.
Annehmen muss ich alles,
ob gewollt oder ungewollt.
Das Ungewollte
wird mich stärken.
Das Gewollte lässt mich
glücklich sein.
Kommt mit, beschreiten wir es,
alle nach eigenem Willen,
gemeinsam im Wollen..

Sonntag, 31. Dezember 2017

... was es noch zu sagen gibt...

Ein Rückblick auf das Jahr lässt vieles zu.
Manchmal war mir, als ginge ein Riss durch alle Zeiten.
Selbst beide Teile in meinen Händen
zerbröckelten zu Staub.
Vielleicht waren es dann gerade die leeren Hände,
die erneut kraftvoll zupacken konnten.
Manchmal war mir, als zöge sich der Boden weg
unter meinen Füßen, den ich dann umgrub
und eine neue Richtung fand.
Und manchmal war ich losgelöst vom Leben,
in dem ich gerade lebte.
Doch immer wieder wusste ich:
der Glauben, das Vertrauen in mich und in das Leben
sind der Weg.

Samstag, 30. Dezember 2017

Jahreswechsel mit freundlichen Grüßen zu Euch Lieben und ein gutes neues Jahr

Du altes Jahr, nun leg dich langsam schlafen
deck alles Schöne, Gute, Liebe zu,
nähre es an deiner Brust bewusst
und schenke allem Schönen, Guten, Lieben dann
in letzter Nacht deine noch verblieb’ne Kraft fürs neue Jahr,
damit es schön und gut und lieb beginnt in uns an allen Tagen. 

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Nachhall

Aus den Tagen habe ich ein Gedicht gemacht,
darauf hoffend, ich habe alles richtig bedacht, 
bringe ich es aufs Papier.
Tage, alle voller Fest, klingen leise aus,
lassen mir die Zeit, meinen Kindern
ein stilles Lächeln nachzusenden, mit dem Wunsch,
alle Tage sollten so enden.
Die Kinder ziehen ins eigene Leben zurück.
Ich weiß sie gut aufgehoben und fühle wie immer
dieses frohe Mutterglück.