Eines Tages nahm ich die Violine
und den Bogen in die Hand,
spielte vor, mit sehr gutem Gehör
und wurde im Spiel meisterlich geschult.
Mozart, Beethoven, Bach
Ich verstand jeden Ton.
Doch manchmal passiert etwas im Leben.
Die Richtung muss sich ändern.
Still legte ich meine Geige in ihren Kasten,
deckte sie zu, verschloss den Deckel
und warf den Schlüssel fort.
Ich ging meinen Weg.
Doch oft überkam mich
diese Sehnsucht des Jubels,
des Schluchzens meiner Geige.
Ich habe nie wieder gespielt.
8 Kommentare:
das klingt traurig - es muss ein sehr schwer wiegendes erlebnis gewesen sein, das diese veränderung ausgelöst hat! liebe grüße, andrea
Ja, liebe Andrea, es hing mir lange nach, wer begreift schon als Kind, chronisch krank zu sein. Ich durfte nicht nach Halle, um mit meiner Geige vielleicht große Wege zu gehen. Meine Eltern standen damals vor der Entscheidung - Geige oder auf Gesundheit zu hoffen. Die Entscheidung fiel auf Gesundheit, doch auch das blieb ein Traum...
Ich danke dir und wünsche dir einen richtig guten Tag,
herzlichst, Edith
Liebe Edith, da hast du ja schon viel zu tragen gehabt und hast es vermutlich noch, in deinem Leben. Ich wünsche dir auch einen richtig guten Tag! Alles Liebe, Andrea
oh wenn ein Traum - vielleicht sogar ein lang gehegter zerbricht
als KINd versteht man das natürlich nicht
was den Schmerz nicht
weniger sein lässt...
für die Eltern eine schwere Entscheidung wenn diese
wie sich später herausstellt auch nicht
die wahre ist...
ja das ist sehr . - traurig fürwahr....
herzliche Grüße Angel
einen Musiktraum aufgeben zu müssen, tut sehr weh, oft mag man selbst dann auch für sehr lange keine Musik mehr hören.
Liebe Grüße Wolfgang
Ja, liebe Andrea, und es ist sooo selten, ich bin eine von 36 000 Menschen, die dies ein Lebenlang haben .. Aber ich habe mich auch darin gefunden. Ein Charite-Arzt sagte mal zu mir: Edith, behalte deinen Humor, dann steckst du alles weg. Nur gut, meine Kinder haben es nicht geerbt.
Dir herzliche Grüße von mir.
Liebe Angelika, ja, das ist das Leben manchmal so, manchmal so. Aber dafür spiele ich heute Akkordeon, Gitarre, Ukulele und Mundharmonika, lach - kein Ersatz für eine Geige, aber ich fasse keine mehr an ....
Dir herzliche Grüße von mir.
Lieber Wolfgang, so war es erst auch bei mir. Doch mit den Jahren habe ich mir alle Violinkonzerte reingezogen, aufgesogen, habe auch meine Diplomarbeit über Bach geschrieben - und es erfüllte mich und erfüllt mich immer noch. Wie sagt man immer so lapidar: Meistens kommt es anders, als man denkt ... und das tut oftmals mehr als weh ...
Ich danke dir sehr und wünsche dir einen guten Tag
mit lieben Grüßen, Edith
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