Montag, 5. Mai 2025

Die Weide - eine Fünfundfünfzigjährige*

Die Weide erfuhr schon so viel von mir.
Ja. Ich spreche schon Jahre mit ihr.
Sie war einst als Tomatenstab gedacht.
Dann schlug dieser schmale Ast Wurzeln -
was haben wir drüber gelacht.
Mit ihr wuchs mein Glück,
wuchsen auch meine Beschwerden.
Wir beide nun alt -
braunfleckig der Stamm,
braunfleckig meine Hände.
Der Anfang kehrt nie zurück.
Sonne blinzelt durch ihre Zweige,
ich neige mich wie sie
und fühle unser beider Leben ...






8 Kommentare:

Quer hat gesagt…

Was für eine schöne, kräftige Weide.
Und die Geschichte dahinter berührt mich.
Einen lieben Gruss zum Wochenbeginn zu euch beiden,
Brigitte

angelface hat gesagt…

wunder - wunderschön
wie du deine Weide als Lebenskameradin
mit dir nimmst..
sehr zu Herzen gehend
dein Gesang
mit dir und über sie...

herzlich angel

Anonym hat gesagt…

Hinter diesen wenigen Zeilen steckt ein ganzes Leben. Diese Parallele, wo aus einem Tomaten-Stütz-Stecken ein so großer Baum mit einem so beeindruckenden Stamm entstanden ist (wie klein sich heute daneben eine Tomatenstaude ausnehmen würde!) gefällt mir sehr. Liebe Grüße! Andrea

Frau Mayer hat gesagt…

Servus Edith, wie schön du das wieder ausgedrückt hast. Ja, der Anfang kehrt nie zurück und trotzdem gibt es auch viele schöne Rückblicke.
LG aus Wien

Edith hat gesagt…

Danke, liebe Brigitte, und danke für den Gruß an meine Weide, den ich gern weiter gebe. Sie freut sich wie ich, davon bin ich überzeugt, lächel...
Herzlichst dir einen feinen Tag,
gewünscht von mir (und meiner Weide ;) )

Edith hat gesagt…

Liebe Angelika, ich danke dir für dein verinnerlichen. Ja, meine Weide und ich, was haben wir uns schon alles zugeflüstert ...
Dir wünsche ich alles Gute weiterhin
und liebe Grüße in deinen Tag von mir.

Edith hat gesagt…

Diesen Gedanken muss wohl das Tomatenpflänzchen auch gehabt haben, denn es traute sich gar nicht weiter zu wachsen, lächel. Die Mutter der Weide war schon ein Kuriosum, sie wuchs auf unserem Elbehang. Dort schnitt mein Paps diesen einen Ast ab, der noch für ein Tomatenpflänzchen fehlte. Lange haben wir darüber gelacht, dass die Tomatenpflanze einging und der Weidenstock ausschlug.
Sie hat schon viel mitgemacht, ein Baumhaus stand auf ihr, welches unser Enkel damals nur mit einer Leiter erklimmen konnte, lach. Doch sie trieb auch ins Baumhaus ihre Äste, Zweige, sie zeigte, dass sie mit diesem Häuschen nicht einverstanden war. So blieb nur die Strickleiter an ihr noch lange hängen ....
Liebe Grüße mit herzlichem Dankeschön
von mir zu dir, liebe Andrea.

Edith hat gesagt…

Liebe Frau Mayer, ich danke dir sehr für dein Verstehen dazu. Ja, die Rückblicke machen dies so ganz besonders.
Herzliche Grüße zu dir von mir.