Montag, 22. September 2025

Herbstanfänge*

Der Milan steht hoch
über dem Garten
gegen den Wind.
Sein Ruf tönt laut
durchs ausgedünnte Blattwerk
des Herbstes.
Er lässt sich kurz fallen,
fängt sich wieder,
nimmt die nächste Bö,
zieht Kreise in die Höh'
Mich lässt er zurück.
Die Sonne dagegen kniet tief.
Warm bescheint sie den Herbst.
Bärtig wachsen weiße Wolken auf Blau.
Der Wind, hier Clown,
fegt durch erstes, fallendes Laub.
Die Zeit läuft schnell.
Alles bald Golden. Dann Staub.


6 Kommentare:

Quer hat gesagt…

Wunderbar zeigt sich bei dir der Herbstanfang.
Und auch hier kreisen die Milane und lassen sich nicht beirren vom Wind.
Einen frohen Gruss zum Herbstbeginn, Brigitte

Edith hat gesagt…

Danke, liebe Brigitte. Der Milan ist Wind's Liebling denke ich immer, lächel.
Ich schiebe die Sonne, die grad blinzelt schnell auch zu dir
mit lieben Grüßen von mir.

Melusine hat gesagt…

Der Herbst, liebe Edith, macht mich immer ein wenig melancholisch,....insbesondere jetzt, wo ich älter geworden bin. Ich vergleiche mich zuweilen mit ihm.
Auch bei uns gibt es derzeit recht viele Greifvögel und ich überlege, was das wohl zu bedeuten haben könnte. Die Insekten, Bienen, sind ja nun schon weniger geworden, und die kleineren Vögel. Wie geht es weiter in der Nahrungskette?
Aber gut, das bringt mich erneut zu "düsteren Gedanken". Ich möchte ja so gerne,.... (immer noch) "das Gute" sehen! Nur fällt das halt sehr schwer, angesichts der Lage, in der sich "diese Welt" befindet, oder besser, gebracht worden ist, und das NICHT zuvorderst von uns Menschen.
Die herzlichsten Grüße in Deinen Tag.
Rosi

Anonym hat gesagt…

"Der Milan steht hoch
über dem Garten
gegen den Wind."
Diese Zeilen bringen mir ein Haiku-Gefühl! Sie fangen den Moment ganz toll ein!
Liebe Grüße, Andrea

Edith hat gesagt…

Lieben Dank, liebe Rosi. Oh ja, wir befinden uns schon im Herbst des Lebens, aber auch der kann schön sein. Wir sind zuallererst unsere Baumeister. Und weißt du, ja, die Welt liegt im Chaos, ach, ich hab schon so viel darüber geschrieben und nachgedacht - auch laut - doch damit ändert sich nichts. Ich bin darum stiller geworden, weil es Lebenskraft kostet, und das muss ich mir nicht antun.
Und die Natur wird es regeln, tat sie schon immer. Momentan gibt sie uns Hausaufgaben, die leider nicht von allen gemacht werden.
Dir alles Gute
herzlichst, Edith

Edith hat gesagt…

Danke, liebe Andrea, deine Überlegungen dazu sind toll, ja, es könnte ein Haiku sein.
Und übrigens, er stieß dann nach unten auf Nachbars Wiese und stieg mit einer Maus wieder auf. Er wollte sie sicher wegen der Pferde nicht gleich fressen, lach.
Dir liebe Grüße von mir.