Nachts spielt sich Schlaflosigkeit ab.
Der Versuch, nicht zu viel an dich zu denken, schlägt fehl.
Alles andere verträgt noch kein Nachdenken.
Nachdenken macht oft so viel mehr kaputt,
was das Durchhalten betrifft.
Die Rathausuhr schlägt die 2. Stunde.
Ich messe meine Zeit an ihr,
schaue ins Dunkel und überlege,
wann ich das letzte Mal lange gesprochen habe -
gestern früh, stimmtrocken, wenige Worte am Telefon.
Ich sah dabei aus dem Fenster,
sah Blumen, die ihre Farben verschütten,
der Mohn rot, als würde er bluten -
genau wie mein Herz.
Vielleicht ist es an der Zeit,
mir kleine Ziele zu stecken,
die leicht zu erreichen sind -
einfach raus gehen,
den Radioknopf drücken,
Blumen fotografieren,
bei der Nachbarin Hallo sagen ...
Nein, noch nicht.
Ziele werden zu Notwendigkeiten.
Noch lehne ich sie ab,
noch brauche ich nichts davon,
alles wäre noch zu früh,
mein Status hat sich noch nicht verändert.
Die Schwelle des normalen Lebens ist
einfach noch zu hoch ...
2 Kommentare:
ja, es braucht zeit...
ich musste gerade an eines meiner gedichte denken, ich denke es passt zu deinem fühlen:
endlos
und trägt der Wind
mir flüsternd
deinen Namen zu
spielt sanft mit
meinem Haar
wie damals deine Hand
dann steh ich stundenlang
am Meer, find wie die
Wellen keine Ruh
du sagest, warte dort auf mich
und gingst – ich blieb
Sturmmöwen sterben nicht an Land
Oh Isabella, ja, das trifft es genau, ich danke dir sehr dafür, du Liebe.
Herzlichst, Edith
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