Donnerstag, 30. Oktober 2025

Mein dichterisches Land*

In den Morgenstunden
umweht mich kalter Wind.
Er reißt mir los die Nacht von der Hand,
als wäre es ein Kind.
Meine ersten Gedanken
färbt er noch gelb und rot,
unnütz Gedachtes lässt er fallen.
Es bleibt tot.
Lebensjahre, schon weit voran geschritten,
zusammen geschnitten mitten im Herbst.
Die Jahre ziehen an meinem Seelenkleid -
es war oft schon zerrissen, wieder geflickt,
neu bestückt - noch bereit.
Ich flüchte in mein dichterisches Land.
Es fällt, Gott sei Dank, oft aus der Zeit.

4 Kommentare:

Quer hat gesagt…

Ja, das dichterische Land hat besondere Qualitäten und ist geeignet dafür, sich von den täglichen Banalitäten oder Unannehmlichkeiten abzulenken. :--)
Dir einen erfüllten Tag trotz des Regens und einen lieben Gruss,
Brigitte

Edith hat gesagt…

Liebe Brigitte, wir sind geübt darin, im dichterischen Land Annehmlichkeiten zu finden, das ist soooo gut.
Ich danke dir sehr und grüße dich lieb zurück.

Melusine hat gesagt…

So treffend beschrieben, liebe Edith. Ich kenn' das Gefühl,.....man flüchtet sich zuweilen "dorthin".
Ja, ich hatte auch in meinem Blog darüber geschrieben, daß ich mir so "ein kleines Land, eine kleine Geschichte, einen Ort" im Kopfe bau',. wo ich mich aufgehoben fühlen kann. Und auch "die Schulter zum imaginären anlehnen" ist da.....smile.....
Das Schreiben selbst dient mir oft als "Ventil". Da kann alles raus. Es erleichtert mich dann.
Wir haben da etwas, was auch......eine Art Verbindung schafft.
Die herzlichsten Grüße und hab' es fein. Morgen ist Samhain...... feiere schön
Rosi

Edith hat gesagt…

Liebe Rosi, ich danke dir sehr. Ja, du öffnest dich immer in solchen und ach, fast allen Dingen. Wir haben dieses Ventil und wir nutzen es schon soooo lange. Wir machen nichts falsch.
Herzliche Grüße zu dir von mir.