Samstag, 31. Januar 2026

Einst schrieb ich gern von Liebe*

Nimm mein Gesicht
für einen Wimpernschlag
in deine Hände
zeigt dich nicht fremd
in diesem kurzen Augenblick
Schür du die Illusion
erwecke du die Liebe
und lass mich
niemals mehr
allein zurück ...

Jung sein war doch so wunderschön, lächel ...

Freitag, 30. Januar 2026

Kurz und bündig*

Alte Kapelle
weitab vom Gut
Waldgeheimnis

Krähenvögel
schwärzen den Himmel
und das Feld

Fasching
Menschen ohne Humor
lachen

Heustadl
duftet weit
Winterration

Kantoreigesang
Bach spielt
die erste Geige

Schneeglöckchen
Vorboten des Frühlings
Im eisigen Wind

Ein Pestkreuz
am Eingang und Ausgang
Erinnert

Donnerstag, 29. Januar 2026

Und wieder erinnere ich daran*

Ihr Lieben, Auschwitz steht gerade ganz oben. Zu Recht! So etwas darf nicht wieder geschehen! Doch als die sowjetischen Soldaten die Lagergefangenen befreite, waren sehr viele Soldaten noch für Jahre in Russland in Gefangenschaft. Es stimmt, Deutschland hat den Krieg begonnen, geführt. Doch es waren nicht die Soldaten, die dafür verantwortlich waren, denn, wer will schon Krieg und in ihm fallen...
Doch es gibt sie, die andere Seite der Medaille und auch die sollte nicht vergessen sein.

Mein Schwiegervater kam fast sechs Jahre später erst aus
der Gefangenschaft nach Hause. Fragten wir ihn, was er
durchmachen musste, dann sagte er nichts weiter als den Satz: Glaubt mir Kinder, dies wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht, diese Winter.... Ich glaube, er erholte sich nie mehr davon und starb sehr früh an Muskelschwund ....
Es ist falsch, darüber kein Wort zu verlieren.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Haiku-Zeit*

Taubenfedernflug
Vom Feld erhebt sich ein Greif
Frische Fuchsspuren

Vorwitziges Blüh'n
Kroküsse knicken arg ein
Blaues Farbengrab

Früher Morgen
Die Amsel singt
Kündet ihr Revier

Ach, Nachbars Katze
hat Stammplatz auf dem Pfeiler
Lebend-Statue

Autostau
Quietschende Reifen
Windschweine 

Dienstag, 27. Januar 2026

Solches Denken gibt es auch*

Sie hat um mein
*Schönes-Wochenend-Ticket* gebettelt -
Ich frage:
Sind Sie obdachlos?
"Wohnungslos bitteschön"
korrigierte sie mich in einem beherrschenden Ton
und erzählte, dass sie mit
meiner Karte noch nach Düsseldorf will,
und von dort mit viel Glück nach Wien oder Paris.
"So weit rum gekommen bist du sicher noch nicht,
ich hab ja so schon ganz Europa gesehen*
und - ich hätte eine schöne Jacke an.
Nimm meine Karte,
sagte ich -
die Steuern bezahle ich
eh schon mit für dich !
Meine Jacke
behalte ich!
(Eine Begegnung, die in mir Wut erzeugte.
Eine Frau, die im Gespräch nichts gelten ließ,
die immer Recht hatte, die gar nicht anders
leben will. Sie sagte zu mir: Ihr Arbeitenden,
ihr seid doch selber Schuld, geht, bis ihr
auf der Schnauze liegt - und das nennt ihr
dann schönes Leben! Wie blöd ihr doch seid!!!
.... ich hätte ihr sonst meine Jacke gegeben!)

Montag, 26. Januar 2026

Mir scheint, es werden mehr ...*

Zu viele werden noch immer
in Unsicherheit geschleudert,
von zu vielen blättert die Würde ab
wie Putz von einer Wand.
Zu viele müssen ihre Selbständigkeit
schon vor der Garderobe abgeben,
weil jeder freie Wille zum Hindernis wird.
Zu viele werden befreit von ihren Gedanken
über ihr eigenes Leben gar....

Sonntag, 25. Januar 2026

Schnee-Erinnerungen*

Mit jedem Schritt sprechen sich Schneeerinnerungen Trost zu.
Kein Flöckchen mehr weit und breit.
Aus Straßen, Feldern, Wäldern gähnt uns Trübsal an.
Wintertage schleichen nur heimlich durch letzte Monatstage.
Aus schneeballwerfenden Träumen
werden nüchterne Tatsachen gar,
die weithin die Jahreszeit in ihrer Schönheit vergessen lassen.....

Samstag, 24. Januar 2026

Oma's kluge Sprüche*

Gestern war ein Tag. Und was für einer.
Ordnungswut packte mich. Obwohl ich
nicht zu denen zähle, die den Ordnungsfimmel
in den Genen platziert bekommen haben.
Ich mag es lieber *wohnlich* als *geleckt*,
bin halt nicht perfekt.
*Schaffst du Ordnung ringsum, so schaffst du auch
Ordnung in dir*!
Meine Oma!! Wieder so ein Spruch von ihr.
Gedacht. Getan.
Nicht die entfernteste Ecke im Haus ließ ich aus.
Der Staubsauger glühte. Die Waschmaschine
lief sich heiß. Sogar aus dem Bügelkorb
gähnte dann Leere.
Nur in mir selber? Die Zeit reichte nicht aus.
Dafür war der Tag einfach zu kurz.
Wie dies meine Oma wohl wieder meinte....?

Freitag, 23. Januar 2026

Neigt nur der Januar sich dem Ende?*

So manches habe ich bis zum Beginn des neuen Jahres
und darüber hinaus in Frage gestellt.
Ich lebe das Leben, doch, weiß ich heute schon,
was mich am nächsten Tag erwartet?
Alles könnte morgen ganz anders sein...
Diese heimliche Angst, unvorbereitet getroffen zu werden -
alles ist möglich hier auf Erden.
Solche Gedanken bringen mich nicht aus dem Gleichgewicht,
aber aus dem Takt!
Das Hinterfragen des eigenen Lebens dann -
dies ist kein einfacher Akt.
Ist es die Angst vor möglichen Veränderungen
oder gar davor, dass alles bleibt wie es ist?
Schuld an solchen Gedanken ist sicher gerade
das Chaos, nah an uns dran und weit ab in dieser Welt.
Vielleicht eine List, Unerfüllbares daraus weiter oder anders
wachsen zu lassen?
Es wird sich zeigen.
Wir werden es fassen.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Nebenan*

 Sie sah mich an
die alte Frau von nebenan.
Schüchternes Kopfnicken
leichtes Handheben
zittriges Beben.
Jeden Tag öffnet sie
ihre Tür einen Spalt
mit immer wieder
der gleichen Hoffnung -
ihr Sohn käme bald.
Er wohnt
in der gleichen Stadt
denkt selten daran
dass er
nur drei -Straßen weiter -
noch eine Mutter hat.
Dunkel sind die Schatten
unter ihren Augen.
Da steht sie nun wartend
und zerbricht
am eigenen
Hoffnungslicht.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Nur Ehrlichkeit zählt*

Gern drücke ich mich
vor Beifall und Lob,
denn solche Bewunderung
besitzt nur eine dünne Haut.

Dienstag, 20. Januar 2026

Meiner alten Eiche*

Mir ist, als schaut mich die uralte Eiche
aus wimpernlosen, noch fest geschlossenen Augenlidern an.
Augenlider, die sie bald wieder ganz öffnen wird,
dann, wenn die Sonne sich flüchtig
von ihrem Blattgrün in den Schatten verirrt.
Mir ist, als warten in jedem Ast meine Worte
sprungbereit, winterflüchtig, frühlingssüchtig.
Nein. Sie werden dich, Baum, nicht zu früh verlassen,
der Winter wird deine ersten Triebe
hoffentlich nicht mit Frostfingern fassen.
Schließe die Augen, lass sie noch zu.
So finden meine Frühjahrsworte
in dir noch die nötige Ruh'.

Montag, 19. Januar 2026

Ein Montagmorgen*

Ich höre einer wehmütigen Melodie hinterher,
die viel zu groß für mich scheint.
Doch der Tag zeigt sich in seinem Beginn gemütlich.
So wie ich.

Sonntag, 18. Januar 2026

Du warst und bist noch immer ALLES*

Auf einer
riesigen Schaukel
schwinge ich,
sehe dich
mal ganz nah groß
mal weit klein
Dann
wenn nur noch
alles Innere schwingt
bist du
nah groß
weit groß
Bist du ALLES.

Ihr Lieben, die Ihr immer hier kommentiert, bitte seht es mir nach, wenn ich nicht täglich auf Eure Seite kommen kann. Ich hab Daheim grad pflegerisch sehr zu tun und DAS darf einfach nicht zu kurz kommen. DANKE für Euer Einsehen ....

Samstag, 17. Januar 2026

Nein, nicht verschlissen, nur anders*

Wir haben uns verändert mit den Jahren.
Das Lächeln vergilbt wie alte Familienfotos.
Haben wir unsere Liebe vielleicht überschritten,
in zu viele Einzelteile zerlegt?
Ist sie so verschlissen?
Mit fehlen deine Worte aus der Pfeffermühle,
die sich würzig auf die Zunge legten.
Wir werden die Triebfedern wechseln,
der Gewohnheit keinen Raum mehr geben.
Wir lieben uns anders, doch immer noch.

Freitag, 16. Januar 2026

Gedanken für arme Menschen ...*

Oft sehen wir Menschen, die versuchen,
in dieser Welt ihren Weg zu behaupten, so, wie andere es tun.
Einige haben das jetzige Geschehen längst für sich geschlossen.
Niemand streicht über die Ränder ihres hilflosen Schweigens.
Manchmal sind ihre Antworten nur noch ein Wort.
Und oft spüre ich, wie mein Herz sich schmerzlich im Mitgefühl dreht.
Doch Weniges will der Rest der Welt davon sehen,
wie sie stehen am Rande der bröckligen Kante, ohne festen Halt.
Da hilft auch kein Springen ...

Nein, es gibt keine Zeit mehr, in der man hin hört, hin sieht.
Es gäbe klarzustellen und sichtbarzumachen,
was jede und jeder davon wirklich hält.
Wollen wir warten bis alles erstarrt,
bis jeder Gedanke ins Bodenlose fällt?
Wird dies dann zu Ende gebracht oder das Ende sein?
Vielleicht werden irgendwann alle Rätsel gelöst,
alles Gift verspritzt, alles Verschleierte klar sein.
Ob dann die eigene Vergebung noch möglich ist?

Donnerstag, 15. Januar 2026

Wunsch und Wahl*

Ich wünsche mir, dass es später und irgendwo
besser sein wird, als im Heute und Hier.
Doch manchmal ist die Wahrheit unglaublicher,
als die Lüge.

Es war ganz sicher nicht das letzte Jahr,
welches nicht so endete wie es sollte, wie es war.
Das Wenige im Neuen scheint noch immer zusammengezogen,
wie das Gesicht nach dem Genuss einer sauren Zitrone.
Mir ist, als ob wir fallen auf etwas zu, was noch nicht ist, aber sein wird.
Doch, man hat immer eine Wahl.
Wer erklärt uns noch richtig das Leben?
Gute Gründe dafür könnten Kisten mit Listen füllen....

Mittwoch, 14. Januar 2026

Elbe-Liebe*

Der Wind trieb die Elbewellen auf Zehenspitzen,
als sollten sie mich necken und bespritzen.
Das Wasser war nachtschwarz und dessen Lied
so unergründlich tief gesungen.
Aus dem Strom ist wieder einmal dieser Zauber entsprungen,
dem ich mich nicht entziehen kann.
Stehend am Ufer mit dem Nebel in der Luft
atme ich mich frei am Elbeduft.
Stumm, ohne ein Wort stehe ich ganz nah bei ihr,
sie zwinkert mir zu, sie weiß, ich bin gern hier.



Dienstag, 13. Januar 2026

Gemälde-Inspiration*

Ich kam dem Hintergrund sehr nahe
in deinem Bild,
welches meinen Geist durchspülte.
Mein Denken mochte nicht
an der Farbe kratzen,
mein Blick allein
schmolz die Farben ein.
Ich hörte tief
und sah den Rest
eines heimlichen Wunsches
am Pinsel kleben,
den deine klagende Hand
noch hielt.

Montag, 12. Januar 2026

Winter-Lesezeit*

Hungrige Bücher füllen meine Tage.
Die Spuren, die sie in mir zurück lassen,
treiben mich tiefer in sie hinein,
mittendrin, wo sich alles zeigt, sich entzieht,
unbegrenzt haltbar ist.
Bewegung spiegelt sich im Kommen und Gehen
ohne jegliches Zeichen von Ohnmacht.
Meine Augen und Sinne suchen jede Seite ab,
immer nach Spuren, die sich verteilen lassen
und irgendwann enden in der Erinnerung.
In jedem Buch lasse ich mich zurück,
in jedem vergesse ich mich.
Gäbe es keine Bücher, wo würde ich dann bleiben?