Mittwoch, 17. Juni 2026

Manchmal ist es so ...*

Um mich und in mir ist es immer noch still (weil ich es so mag).
Dieses Schweigen zu tragen, habe ich täglich neu gelernt.
Ich begreife es als eine Art von Schutz.
Und manchmal fühlt es sich an,
als hätte ich kleine Schritte 
aus der Zeit getan.
Bin gerade ein Feuer,
welches nicht brennt.
Und Schatten formen sich,
werden dicht,
halten Gewicht.
Doch,
ich bin bei mir,
bin unversehrt ...

Und gestern wurde ich abgeholt zum Spaziergang.
Auf unbeholfene Weise
blickte ich pflichtschuldig umher.
Doch solche Blicke erschöpften sich rasch.
Nur mäßig interessiert erkannte ich,
dass mein *Guide* doch offenbar missvergnüglich
zufrieden mit sich und allem ringsum war.
Ich wartete noch immer, 
irgend eine Zauberformel zu hören,
mit der sie mich ködern könnte.
Weit gefehlt.
Für mich wird dieser Gang namenlos
und letztendlich vergessen bleiben ...

Montag, 15. Juni 2026

Ich bin bereit ...*

Alles, was du zurück gelassen,
fühlt sich in mir matter an.
Der Tod hat so schnell nach dir gegriffen,
doch dich erlöst.
Immer wieder befällt mich Trauer
wie plötzliche Regenschauer.

Mir wird klar und klarer,
Trauer endet, ohne jemals richtig zu enden.

Nun balle ich meine verbliebene Kraft,
habe mich stückweit aufgerafft
und bin bereit,
mich dem Leben hinzugeben.

Ich bin bereit,
mein Leben neu zu füllen -
um deinetwillen -.

Sonntag, 14. Juni 2026

Ein Vor und Zurück ...*

Jede einzelne Silbe, die nicht für dich,
möchte ich am Gaumen zerdrücken.
Ach, mein Kopf steckt im Himmel,
doch meine Füße stehen im Chaos meines Denkens.

Ich fühle mich so unaufgeräumt.

Ganz leicht ist es wahrlich nicht, 
dich mit meinem Ich noch zu identifizieren,
welches die eigene Lebenswirklichkeit doch prägen will.

Was, bitte, ist in mir grad wirklich?

Wie eine Persiflage allemal ....

Freitag, 12. Juni 2026

Manchmal, ein wenig mehr ...*

Mein Weinen sammelt sich,
hängt schwer und voll in meinen Augen.
Es zeugt als Zeichen des Vermissens.

Alles von dir
schieb sich von mir weg
und lässt mich fragen:
Wie gut noch ist tatsächlich dieses Hier?

Mit tut sich's auf als fremder Ort,
in dem du fehlst.
Doch, du bist fort.

Nun, manchmal wage ich ein kleines Lächeln
in dieses schwere Gefühl ....


Im Garten sitzend
Dein Platz neben mir ist leer.
Tränen und Rotwein

Mittwoch, 10. Juni 2026

Gedankliches ...*

Immer fühle ich diesen Bann,
überlasse ihn dem Augenschein,
bis ich von irgendwo einen Ton vernehme.
Ob ich ihm zuhöre, 
während ich ihn höre -
ich glaube nicht.

Oft denke ich,
nur gut, 
dass die Zukunft noch so weit weg ist -
nicht schon nächstes Jahr
oder in zwei, drei Jahren.
Ich brauche sie nicht mehr so wirklich.
Doch meine Kinder und Enkel.

Aber reden steht im Wort,
ja, man redet immer wieder darüber -
öffentlich, oft undurchsichtig
und damit einfach nicht zu verstehen.

Ich wünsche mir nur Frieden ...


Dienstag, 9. Juni 2026

Fehlen ... Vermissen ...*

Ich sitze im Licht.
Wartend. Nur worauf?
Nein, nicht wartend,
es ist ein Zustand des Schwebens.
Es liegt keine Erwartung, keine Spannung,
kein Erkennen darin.
Es ist eine Zeit, 
in der es keine Zeit mehr für mich gibt.

Solch Zustand dauert nie lange.
Dann liegt mein Bedauern darüber
und wieder der Gewinn von Zeit.

Heut wäre unser 53. Hochzeitstag.
Es bleiben - Schwertlilien  fürs Grab und unser Lied dazu ...

Und dazu einen Text von Pedros:

Erst wenn wir unsere Trauer in Dankbarkeit für das Gewesene verwandeln können, sind wir auf dem Weg, den geliebten Menschen aus der Dunkelheit des Todes zurück in ein allgegenwärtiges Licht zu holen. – Es ist wohl einer der schwierigsten, aber auch heilsamsten Transformationsprozesse des menschlichen Lebens.

(Es ist ein zutiefst paradoxer Prozess: Erst wenn wir die Dunkelheit der Trauer ganz durchschritten und durchfühlt haben, gewinnt das Licht der Dankbarkeit die Kraft, den Schmerz zu wärmen. Der geliebte Mensch zieht sozusagen um – von der äußeren Welt fest hinein in unsere innere Landschaft, wo er unsterblich wird.)

© Petros-blogpoesie



Tut mir leid, ich kann einfach noch keine anderen Gedanken aufbringen, kann
nichts anderes schreiben, es muss einfach raus aus mir - Schmerz und Trauer,
Tränen und noch mehr Tränen .... Mein Mann fehlt mir so sehr, überall vermisse
ich ihn ...

Samstag, 6. Juni 2026

Kurzgedanken ...*

Wo nur ist die Spur
Ich suche am Elbufer
Schwanenpaar mit Kind

Sehnsucht streift luftig
einige Sommerboten
Farbenfreudiges

Wann bin ich ganz ich?
Dann, wenn ich mich in dir finde.
Ich und du zum WIR.

Still ruh'n Feld und Wald
Sonnenglut am Horizont
Pferdegetrappel

Ohren und Augen suchen
den Reiter ohne Sattel

Ganz absichtsloses Denken greift nach mir.
Schnelles Wortfinden
Und flüsternd schaffe ich ein Gedicht
ganz ohne Absicht.

Nun wird es
Wiedereinstieg in die Welt
Schritt für Schritt

Samstag
Und schon denke ich
an den Rest vom Wochenende




Freitag, 5. Juni 2026

Nicht leer, aber schwer ...*

Mit dir zu reden,
ein leises Geben,
jedes Wort schwebt still im Raum.
Kein Echo,
kein Hall.
Mein Urteil des Jetzt.

Dann brechen Bilder
in mein Bewusstsein ein.
Sie bleiben über meinem Begreifen.

Nein, ich werde nicht suchen,
doch hören und sehen.
Trotzdem das alles schweigt.

Ich lasse die Stille fallen.

Sie ist nicht leer...


Du gingst, als ob du dich nicht irrst ....



Einst und noch immer ...*

Als es einst ernst wurde, 
schlechter, schlimmer,
dachten wir noch,
wir könnten alles auf die Reihe kriegen,
zur Normalität hin,
es für uns besser machen.

Besser machen für uns?
Es wurde nicht besser,
nur schlechter,
vor allem für dich.

Oft steht die Welt noch still.
Dann komme ich mir begraben vor.

Und dazu, zu meinem Fühlen grad, ein kleines Gedicht von Petros,
aus seinem Buch "Blaublaue Küsse"

Schon
Wird es Sommer, blüht
Die Nacht ohne Trauer
Fehlen die Tränen
Zum Weinen

Schon bist du mir
Zum Dichten nah

Danke, lieber Petros, dass deine Gedanken hier stehen dürfen....



Donnerstag, 4. Juni 2026

Gebete als Stütze ...*

Gebete läutern,
stellen sich nicht nur zum Schmerz, zur Trauer.
Sie werden Trost.
Dies fühlt sich so langsam lebendig an.
Trost wird zum Segen.
Und ich denke, 
meine Worte werden einst noch immer Zeugen sein von dem,
was so unermesslich weh tat  - gefühlte Erinnerungen.

Vielleicht sollte ich die Gebete,
die mich durchwandern, aufschreiben.
Sie tragen das Wissen und den Sinn 
dieser dunklen und hellen Zeit.

Sie öffnen mein Herz ....

Mittwoch, 3. Juni 2026

Zaubern möchte ich können....*


 Nachts übe ich (ohne Bild) mich an dich, an dein Gesicht zu erinnern.
Warum wird es schwächer?
Wieder und wieder versuche ich, 
dich hinter meinen Augen festzuhalten.
Doch nichts hält still,
immer ist da eine Bewegung,
ein kurzer Blick,
ein Aufleuchten deiner Augen,
ein Lächeln -
dann nur ein blasser Schimmer.
Gedanklich strecke ich die Arme aus,
will dein Gesicht fassen,
es streicheln,
doch alles entfleucht.
Liegt dies am anbrechenden Tag?
Bleib hier, flüstere ich.
doch nichts geschieht.

Fort schreitet die Zeit ....

Dienstag, 2. Juni 2026

Kurzes ...*

Rosenduft
Sehe dein Lächeln
Und weine

Der Rotmilan fliegt
Dreht Kreise auch über dir
Vom Himmel zum Grab

Die Nachtigall singt
Die Bank am Grab lädt ein
Wir lauschen beide

Lupinenblüten
beugen sich zu dir herab
Duft umhüllt dein Grab


Und dazu eine Weisheit von Petros aus seinem Buch "Spruchreif" :

*Loslassen ist der einzig notwendige Lebenskampf*

Freitag, 29. Mai 2026

Nachtgedanken ...*

Nachts spielt sich Schlaflosigkeit ab.
Der Versuch, nicht zu viel an dich zu denken, schlägt fehl.
Alles andere verträgt noch kein Nachdenken.
Nachdenken macht oft so viel mehr kaputt, 
was das Durchhalten betrifft.

Die Rathausuhr schlägt die 2. Stunde.
Ich messe meine Zeit an ihr,
schaue ins Dunkel und überlege,
wann ich das letzte Mal lange gesprochen habe -
gestern früh, stimmtrocken, wenige Worte am Telefon.

Ich sah dabei aus dem Fenster,
sah Blumen, die ihre Farben verschütten,
der Mohn rot, als würde er bluten - 
genau wie mein Herz.

Vielleicht ist es an der Zeit, 
mir kleine Ziele zu stecken,
die leicht zu erreichen sind -
einfach raus gehen, 
den Radioknopf drücken,
Blumen fotografieren,
bei der Nachbarin Hallo sagen ...

Nein, noch nicht.
Ziele werden zu Notwendigkeiten.
Noch lehne ich sie ab,
noch brauche ich nichts davon,
alles wäre noch zu früh,
mein Status hat sich noch nicht verändert.

Die Schwelle des normalen Lebens ist
einfach noch zu hoch ...

Montag, 25. Mai 2026

Und immer wieder ....*

Der Bruchteil eines Atemzugs geht tief.
Das Herz schlägt schnell in einem kleinen Lächeln.
Unwirkliches klingt in der Luft - du fehlst.

Innen formt sich erneut Schmerz,
immer und immer wieder.

Du bist nicht mehr in dieser Zeit.
Doch ich finde dich in jedem Gedanken.
Ich spinne Fäden, hülle dich darin ein.
Dich und mich.

Solch Moment fühlt sich stets anders an als alles andere,
inniger, nur uns beide betreffend.

Die Außenwelt verblasst,
die du verlassen hast.

Viele Möglichkeiten öffnen sich,
in denen du mir nah bist - fast da.

Augenblicke, die uns unseren Raum schaffen.
Für alle Zeit.
Für immer.

Samstag, 23. Mai 2026

Unser Lied ...*

Du und ich -
wir haben unser Lied:
*Ich brauch dich jeden Tag ein bisschen mehr..*

Als dieses Lied gesungen wurde in einer Fernsehsendung
sagtest du:
DAS müsste ich jeden Tag, jede Stunde für dich singen, Edith.

Und wir haben es gemeinsam gesungen.
Ich hielt deine Hand und du meine.
Es gab uns Kraft, es stärkte uns, und wir verstanden.
Es stärkte unsere Liebe.

Nun höre ich es mir allein an, sitzend in deinem Sessel.
So gern wäre ich noch länger für dich dagewesen.
Doch die Kraft des Lebens verließ dich mehr und mehr.
Die konnte ich dir nicht geben,
nur meine Liebe bis zum letzten Augenblick....

Freitag, 22. Mai 2026

Die Angst ist weg ...*

Und weißt du, was du mir mit deinem Sterben genommen hast?
Die Angst vor dem eigenen Tod.
Ich glaube fest daran,
wenn ich sterbe,
wirst du da sein.
Denn es kann keine Lüge sein,
dass deine Seele noch bei mir ist.
Unsere Liebe verbindet uns noch immer.

Nein, dein Tod war nicht das Ende.
Für andere mag es so scheinen.
Doch nach 55 Jahren reißt kein Band,
das wir geknüpft haben -
beständig, regelmäßig, fest.

Das gibt mir Kraft, Ruhe 
und die innere Ausgeglichenheit,
dass du nicht hier,
aber da bist ... 

Mittwoch, 20. Mai 2026

Ein Büchlein nur für dich ...*

Du kennst mich gut.
Du wusstest immer, dass ich gern schreibe.
Meine Gedichte, Gedanken haben dir immer gefallen.
In deinen Augen glänzte Stolz.

Du hattest sowieso gern, wenn ich dir vorlas -
Hesse, Erhardt, Bücher in sächsischem Wortlaut,
Aitmatow und die Mayröcker, um nur einige zu nennen.

Und natürlich liebtest du meine Büchlein,
welche ich stets nach einem Urlaub schrieb.
So holten wir gute Momente zurück,
konnten wieder neu darüber staunen und reden.

Nun habe ich ein Büchlein ganz über und für dich allein 
auf den Weg gebracht.
Ich halte dich darin fest,
gebe dir in jedem einzelnen Gedanken einen Platz,
durchlebe Freude und Trauer.

Ja, alles wird auch darin bleiben -
ein Anker zum Festhalten,
Schritte zum Weitergehen -
eben weil du nicht mehr hier bist.

Aber du bist da,
du bist nah.
Du bist und bleibst meine Liebe ...

Dienstag, 19. Mai 2026

Gewusst, bewusst, besonnen ...*

Ich bin in dem Leben, welches du verlassen hast.
Noch nehme ich dich wahr,
denn schon vor 55 Jahren verlor ich mich in dir.
Dieses Gefühl war nicht flüchtig, nicht nichtig.

Nun bleibt mir diese nahe Stille zu dir.
Gesagt, geredet, geweint wurde schon viel.

Niemand konnte diese sich anbahnende Wahrheit übersehen.
Es dauerte nicht lange und wir verstanden sie.
Dein Licht erlosch mehr und mehr in unserem Wissen.
Du hast es akzeptiert, still angenommen.
Du warst bereit.

Du bist einem, dem göttlichen Licht im Einklang gefolgt,
friedlich, ruhig, still ....

Montag, 18. Mai 2026

Es wird kaum besser ...*

Ich gehöre nicht mehr mir selbst. 
Sinnlos fühle ich mich.
Das Dunkle der Kleidung hüllt mich in Finsternis.
Ein Schatten unter Schatten.
Ich vermeide alles Leben um mich,
unscheinbar wandle ich dahin.
Ja, ich spüre all die Mühen um mich,
doch sie treffen mich nicht.

Mit deinem Tod bin ich gebrochen.
Das Leben ist kein Spiel.
Es reißt mich mit sich.
Nur ganz langsam dringt es zu mir durch.
Nichts bleibt stehen.
Alles geht weiter.

Und ich, inmitten von lieben, guten Menschen,
gehe weiter.
Doch trotzdem allein ....

Sonntag, 26. April 2026

DANKE - zu Euch Lieben ALLEN hin*

 Mein DANKE für Euch
ist auch ein Weg,
der mich aus dieser tiefen Trauer
ins Leben führt - danke...

Ihr gebt mir die Gelegenheit zu erkennen,
dass man trotz Traurigkeit und Schmerz,
Freundlichkeiten treffen kann - EUCH.

DANKE ...