Samstag, 24. Januar 2026

Oma's kluge Sprüche*

Gestern war ein Tag. Und was für einer.
Ordnungswut packte mich. Obwohl ich
nicht zu denen zähle, die den Ordnungsfimmel
in den Genen platziert bekommen haben.
Ich mag es lieber *wohnlich* als *geleckt*,
bin halt nicht perfekt.
*Schaffst du Ordnung ringsum, so schaffst du auch
Ordnung in dir*!
Meine Oma!! Wieder so ein Spruch von ihr.
Gedacht. Getan.
Nicht die entfernteste Ecke im Haus ließ ich aus.
Der Staubsauger glühte. Die Waschmaschine
lief sich heiß. Sogar aus dem Bügelkorb
gähnte dann Leere.
Nur in mir selber? Die Zeit reichte nicht aus.
Dafür war der Tag einfach zu kurz.
Wie dies meine Oma wohl wieder meinte....?

Freitag, 23. Januar 2026

Neigt nur der Januar sich dem Ende?*

So manches habe ich bis zum Beginn des neuen Jahres
und darüber hinaus in Frage gestellt.
Ich lebe das Leben, doch, weiß ich heute schon,
was mich am nächsten Tag erwartet?
Alles könnte morgen ganz anders sein...
Diese heimliche Angst, unvorbereitet getroffen zu werden -
alles ist möglich hier auf Erden.
Solche Gedanken bringen mich nicht aus dem Gleichgewicht,
aber aus dem Takt!
Das Hinterfragen des eigenen Lebens dann -
dies ist kein einfacher Akt.
Ist es die Angst vor möglichen Veränderungen
oder gar davor, dass alles bleibt wie es ist?
Schuld an solchen Gedanken ist sicher gerade
das Chaos, nah an uns dran und weit ab in dieser Welt.
Vielleicht eine List, Unerfüllbares daraus weiter oder anders
wachsen zu lassen?
Es wird sich zeigen.
Wir werden es fassen.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Nebenan*

 Sie sah mich an
die alte Frau von nebenan.
Schüchternes Kopfnicken
leichtes Handheben
zittriges Beben.
Jeden Tag öffnet sie
ihre Tür einen Spalt
mit immer wieder
der gleichen Hoffnung -
ihr Sohn käme bald.
Er wohnt
in der gleichen Stadt
denkt selten daran
dass er
nur drei -Straßen weiter -
noch eine Mutter hat.
Dunkel sind die Schatten
unter ihren Augen.
Da steht sie nun wartend
und zerbricht
am eigenen
Hoffnungslicht.

Mittwoch, 21. Januar 2026

Nur Ehrlichkeit zählt*

Gern drücke ich mich
vor Beifall und Lob,
denn solche Bewunderung
besitzt nur eine dünne Haut.

Dienstag, 20. Januar 2026

Meiner alten Eiche*

Mir ist, als schaut mich die uralte Eiche
aus wimpernlosen, noch fest geschlossenen Augenlidern an.
Augenlider, die sie bald wieder ganz öffnen wird,
dann, wenn die Sonne sich flüchtig
von ihrem Blattgrün in den Schatten verirrt.
Mir ist, als warten in jedem Ast meine Worte
sprungbereit, winterflüchtig, frühlingssüchtig.
Nein. Sie werden dich, Baum, nicht zu früh verlassen,
der Winter wird deine ersten Triebe
hoffentlich nicht mit Frostfingern fassen.
Schließe die Augen, lass sie noch zu.
So finden meine Frühjahrsworte
in dir noch die nötige Ruh'.

Montag, 19. Januar 2026

Ein Montagmorgen*

Ich höre einer wehmütigen Melodie hinterher,
die viel zu groß für mich scheint.
Doch der Tag zeigt sich in seinem Beginn gemütlich.
So wie ich.

Sonntag, 18. Januar 2026

Du warst und bist noch immer ALLES*

Auf einer
riesigen Schaukel
schwinge ich,
sehe dich
mal ganz nah groß
mal weit klein
Dann
wenn nur noch
alles Innere schwingt
bist du
nah groß
weit groß
Bist du ALLES.

Ihr Lieben, die Ihr immer hier kommentiert, bitte seht es mir nach, wenn ich nicht täglich auf Eure Seite kommen kann. Ich hab Daheim grad pflegerisch sehr zu tun und DAS darf einfach nicht zu kurz kommen. DANKE für Euer Einsehen ....

Samstag, 17. Januar 2026

Nein, nicht verschlissen, nur anders*

Wir haben uns verändert mit den Jahren.
Das Lächeln vergilbt wie alte Familienfotos.
Haben wir unsere Liebe vielleicht überschritten,
in zu viele Einzelteile zerlegt?
Ist sie so verschlissen?
Mit fehlen deine Worte aus der Pfeffermühle,
die sich würzig auf die Zunge legten.
Wir werden die Triebfedern wechseln,
der Gewohnheit keinen Raum mehr geben.
Wir lieben uns anders, doch immer noch.

Freitag, 16. Januar 2026

Gedanken für arme Menschen ...*

Oft sehen wir Menschen, die versuchen,
in dieser Welt ihren Weg zu behaupten, so, wie andere es tun.
Einige haben das jetzige Geschehen längst für sich geschlossen.
Niemand streicht über die Ränder ihres hilflosen Schweigens.
Manchmal sind ihre Antworten nur noch ein Wort.
Und oft spüre ich, wie mein Herz sich schmerzlich im Mitgefühl dreht.
Doch Weniges will der Rest der Welt davon sehen,
wie sie stehen am Rande der bröckligen Kante, ohne festen Halt.
Da hilft auch kein Springen ...

Nein, es gibt keine Zeit mehr, in der man hin hört, hin sieht.
Es gäbe klarzustellen und sichtbarzumachen,
was jede und jeder davon wirklich hält.
Wollen wir warten bis alles erstarrt,
bis jeder Gedanke ins Bodenlose fällt?
Wird dies dann zu Ende gebracht oder das Ende sein?
Vielleicht werden irgendwann alle Rätsel gelöst,
alles Gift verspritzt, alles Verschleierte klar sein.
Ob dann die eigene Vergebung noch möglich ist?

Donnerstag, 15. Januar 2026

Wunsch und Wahl*

Ich wünsche mir, dass es später und irgendwo
besser sein wird, als im Heute und Hier.
Doch manchmal ist die Wahrheit unglaublicher,
als die Lüge.

Es war ganz sicher nicht das letzte Jahr,
welches nicht so endete wie es sollte, wie es war.
Das Wenige im Neuen scheint noch immer zusammengezogen,
wie das Gesicht nach dem Genuss einer sauren Zitrone.
Mir ist, als ob wir fallen auf etwas zu, was noch nicht ist, aber sein wird.
Doch, man hat immer eine Wahl.
Wer erklärt uns noch richtig das Leben?
Gute Gründe dafür könnten Kisten mit Listen füllen....

Mittwoch, 14. Januar 2026

Elbe-Liebe*

Der Wind trieb die Elbewellen auf Zehenspitzen,
als sollten sie mich necken und bespritzen.
Das Wasser war nachtschwarz und dessen Lied
so unergründlich tief gesungen.
Aus dem Strom ist wieder einmal dieser Zauber entsprungen,
dem ich mich nicht entziehen kann.
Stehend am Ufer mit dem Nebel in der Luft
atme ich mich frei am Elbeduft.
Stumm, ohne ein Wort stehe ich ganz nah bei ihr,
sie zwinkert mir zu, sie weiß, ich bin gern hier.



Dienstag, 13. Januar 2026

Gemälde-Inspiration*

Ich kam dem Hintergrund sehr nahe
in deinem Bild,
welches meinen Geist durchspülte.
Mein Denken mochte nicht
an der Farbe kratzen,
mein Blick allein
schmolz die Farben ein.
Ich hörte tief
und sah den Rest
eines heimlichen Wunsches
am Pinsel kleben,
den deine klagende Hand
noch hielt.

Montag, 12. Januar 2026

Winter-Lesezeit*

Hungrige Bücher füllen meine Tage.
Die Spuren, die sie in mir zurück lassen,
treiben mich tiefer in sie hinein,
mittendrin, wo sich alles zeigt, sich entzieht,
unbegrenzt haltbar ist.
Bewegung spiegelt sich im Kommen und Gehen
ohne jegliches Zeichen von Ohnmacht.
Meine Augen und Sinne suchen jede Seite ab,
immer nach Spuren, die sich verteilen lassen
und irgendwann enden in der Erinnerung.
In jedem Buch lasse ich mich zurück,
in jedem vergesse ich mich.
Gäbe es keine Bücher, wo würde ich dann bleiben?

Sonntag, 11. Januar 2026

Winter - fast so wie früher, lächel....*

Der Winter hat
mit seinen Händen
eine schneeweiße Decke genäht.
Ob früh, ob spät,
er flickt sie
ohne Unterlass.
Und mir macht's Spaß,
auf solch weichem Teppich
zu laufen.
Ich habe auch für dein Herz
dicke Socken gestrickt.
Mach dich auf!
Komm einfach mit!

Und da dachte ich etwas mit dem: Komm einfach mit!
Ich lief all die kleinen Hügel ab, die ich vor langer Zeit und dann auch meine Kinder zum Schlittenfahren nutzten. Doch kein Kind, kein einziges Elternteil mit Kind oder Kindern war unterwegs.
Die kleinen Berge lagen ohne Schlittenspuren einsam und verlassen.
Liegt es daran, dass wir lange Zeit keinen solchen Winter zum Schlittenfahren hatten? Brachte der Weihnachtsmann keine Schlitten deshalb mehr?
Oder sitzen, ja, die Kinder schon lieber drinnen am PC oder Handy?
Es ist doch herrlich, auf einem Schlitten den Berg hinunter zu fahren, aber leider ....

Samstag, 10. Januar 2026

Ein Winterspaziergang*

Mit ruhigen Gedanken
stehe ich in stiller Natur.
Die Elbe köchelt weißen Dampf für ihre Auen,
zieht dahin im Morgengrauen,
und meine Gedanken
ganz langsam spazieren.
Ich beginne zu frieren und trete den Rückzug an -
sonst würde ich mich verlieren
in der Zeit, im Winter - irgendwann.
In einer Zeit, von Augenblick zu Augenblick
so sehr berührt,
den Kompass tief in mir, längst aktiviert.
So lebe ich meine Träume und träume mir Leben -
unermüdlich, verträumt, verwegen...



Freitag, 9. Januar 2026

Die größte Perle, die ich fasse ...*

Ich taste mich nun
Glied um Glied
an der langen Kette
des Jahres entlang.
Streife Sehnsucht
Leidenschaft
Schmerz
Hilflosigkeit
Liebe und
Freundschaft.
Und immer
endet die Hoffnung
im Verschluss.

Donnerstag, 8. Januar 2026

Tagebucheintrag vom 7. Januar 2026*

Nun, die ersten Tage des Januar waren ganz anders als gedacht. Irgendwie begann das Jahr quer.
Es war  ein toter Fuchs, er lag auf der Straße. 
Ich spürte, das neue Jahr und wir waren noch nicht so in der Spur. Beide wussten wir nicht,
was und wie es werden wird. Ja, wir stolperten quasi durch die Stunden und doch wurde uns Aufmerksamkeit zuteil, ob wir es nun merkten oder nicht. 
 
Ich jedenfalls war traurig über diesen toten Fuchs. Ich sah keine äußeren Verletzungen, schob ihn
zum Straßenrand. Er rutschte in eine leichte Senke. Fragen taten sich auf - hat er eine Familie, wartet diese schon auf ihn? Dann rief ich unseren Förster an.

Es war die erste Traurigkeit im neuen Jahr - und, war der Fuchs etwa Sinnbild dafür,  dass wir alle nicht sicher sind - weder da noch dort noch hier?
Nun, der Fuchs hat das Leben hinter sich. 
Wir wissen weiterhin nicht, was kommt.

Wir spüren Kälte - und ich denke dabei nicht an Frost. Kriege, Zank, Uneinigkeit machen sich breit in der Welt. Und den Nachrichten folgen wir mit Zwiespalt, schalten oft auf Durchzug. Ja, all so etwas halten die ersten Kalendertage fest im Griff. Selbst Jahreszeiten laufen im ungewohnten Trott.

In  voran schreitendender  Zeit wird es sich entscheiden, ob es laut oder leise zugeht.
Das Neue hat jedenfalls schon begonnen uns mitzunehmen in seine Höhen und Tiefen.
Und vielleicht werden wir weinen oder dürfen wir lachen? ...

Mittwoch, 7. Januar 2026

Meiner Heimat*

Gern schmiege ich mich an die Wange der Heimat.
Hier träumen Gedanken eine gute, eine bessere Welt.
Hier komme ich nicht fort.
Hier harre ich aus.
Hier genügt mir die Fülle
und Fehlendes bleibt selten aus.
Das Leben lässt sich gut in Worten sammeln
Alles bleibt ruhig, doch nichts bleibt still ...

Dienstag, 6. Januar 2026

Von der Krippe zum Kreuz*

Die Saison läuft ab,
trockene Nadeln zu Hauf
von Baum, Kranz oder Strauß.
Krippe und Baumschmuck
werden langsam verpackt
und in der Bodenkammer weggeschlossen.
Die Feiertage haben wir genossen.
Nun zieht Alltag ein.
Die Zeit rennt von der Krippe zum Kreuz.
Für uns wird manches leicht, und auch schwer
zu (er)tragen sein.

Montag, 5. Januar 2026

Kurzes, winterliches*

Endlich erster Schnee.
Ein Montag im Januar.
Schneemanns Sicherheit.
Die Kinder lachen.
Schnee fällt in jauchzende Schar.
Schneebälle treffen.
Der Wald ganz in Weiß.
Spuren von Hase und Reh.
Zweige brechen laut.
Schneeflocken tanzen.
Sie decken die Erde zu.
Ruhig wirkt alles.