Mittwoch, 11. Februar 2026

Herzsprache*

Meine Füße gehen leise
über teppichweiche Sehnsucht
Ahnend
Meilenweit
So nah
Mein Herz
findet immer ...

Dienstag, 10. Februar 2026

Eine Frage, die sich für uns erübrigt*

Hältst du ihn auch noch fest
den Augenblick in Dur,
nachsummend die lieblich,
hell klingenden Töne?
Von Moll in allem keine Spur.
In dem Augenblick
sprachen nicht nur die Augen
von Liebe.
Wir haben auf Hoffnung gedrückt,
dass es ewig so bliebe
und der Sehnsucht
den Weg erklärt.
Nein. Daran ist nichts verkehrt.
Festgehalten diesen Moment,
eingepackt für ungute Tage,
an die zu denken
ich gar nicht wage ...


Dieser Blick bringt Freude*


Fensterschönheiten
Strahlende Blütenvielfalt
Mit Blick nach draußen

Montag, 9. Februar 2026

Ein schnulziges Lied*

Die Gedanken
meines Seelenlabyrinths
werden zu Tönen
die als Echo verschlungene Wege ziehen
auf der Suche
nach dem Ziel
hinaus
zu dir hin
Bevor sie sich geballt
durch den Ausgang pressen
kann ich die Geschwindigkeit
an meinem pochenden Herzen messen

Angekommen
am rechten Ort
werden sie
dein Herz überfallen
wird das Echo dann
in deiner Seele
widerhallen

Gedankensplitter*

Davon kommen
die Kurve kriegen
siegen
hinter tiefen Tälern
hohen Höhen
spürbar leicht
das Ziel geahnt
der Druck der Straße nur
ist hart

Sonntag, 8. Februar 2026

Ich steige gern ein*

Schnell gepackt,
geschultert die Tasche.
Der Fahrplan ist bekannt
für die Reise
ins Innere.
Der Zug rast
die Tage fliegen
und brechen sich los
vom Gestern...

Samstag, 7. Februar 2026

Später - für mich oft kein gutes Wort*

Manche Worte fallen nicht in einen großen Moment.
Es ist einfach nur ein ganzer Satz - ohne Ziel.
Ich sehe durch alles hindurch.
Dann das eine Wort. Der ganze Satz:
Später.
Es war ein gefährliches Wort.
Ich mag gleich zu wissen,
was ich einmal begann, 
wie es auch endet.
Erst dann weiß ich,
ich hatte alles im Griff.

Freitag, 6. Februar 2026

Tagebucheintrag 5. 2. 26*

Gerade jetzt, in der Pflege, laufen die Gedanken, läuft auch der Tag rückwärts.
Ich prüfe wiederholt das Getane, obwohl alles längst  gemacht.
Ich hinterfrage, doch alles lief richtig ab.
Unruhe quält mich.
Vielleicht auch Schuld?
Könnte ich versagen?
Wer verteilt oder nimmt in mir den Zwiespalt?
Klar bin ich mir meiner Verantwortung bewusst,
und Kenntnisse kommen mit der Wiederholung.
Es wird jetzt komisch klingen -
fühlen kann ich total mit, 
doch an der Härte muss ich noch arbeiten ...

Donnerstag, 5. Februar 2026

Geduld ist nicht meine Stärke*

Dämmer zupft
an meinen Lidern
streicht den Sand mir
aus den Augen
öffnet langsam meinen Blick
Frühlicht
meine Haut berührt
mit ihm
Kälte gespürt
Sonnenstrahlen graben sich zaghaft nur
tief ein
Mit diesem warmen Gefühl
werde ich sofort
in Bewegung sein
Im Grunde
bin ich längst wach
doch geduldig
warte ich
auf mich

Montag, 2. Februar 2026

Ach, käme alles doch schneller anders*

Sprachloser werde ich.
Alles ist so schnell gesagt,
wenn man Worte für alles hat.
Tief in mir regnet es
und Tropfen stechen Eisnadeln gleich.
Kein Wissen, wohin alles noch führt,
vermissend den Sinn,
nicht hoffend, dass alle Welt ins Koma stürzt.
Alles kommt aufgebläht und unecht an.
Mich schnürt die Angst zu vergessen,
dass alles doch auch ganz anders sein kann.
Wie oft schon zeigte sich, dass wir Menschen
die Schwachen des Universums sind,
stärken wir uns doch an so viel Falschem,
verändern uns ins Gegenteil
und driften an so nahe gelegenen Lösungen
blind vorbei.
Ich will nicht, dass Dunkelheit zunimmt,
uns innerlich einnimmt....

Sonntag, 1. Februar 2026

Wieder mal ein Dankeschön zu euch allen hin*

Manchen Gedanken zerrätselt zwischen meine Zeilen geworfen.
Nun, sorgsam aufgehoben vom Boden der Stille,
befreit vom Geruch kalter Luft.
Und in jeder schwächelnden Stunde
meine Traumzeit der Gefühle gehegt, gepflegt, neu bepflanzt,
bis der Ruf des Echos alles zu euch allen wirft....

Samstag, 31. Januar 2026

Einst schrieb ich gern von Liebe*

Nimm mein Gesicht
für einen Wimpernschlag
in deine Hände
zeigt dich nicht fremd
in diesem kurzen Augenblick
Schür du die Illusion
erwecke du die Liebe
und lass mich
niemals mehr
allein zurück ...

Jung sein war doch so wunderschön, lächel ...

Freitag, 30. Januar 2026

Kurz und bündig*

Alte Kapelle
weitab vom Gut
Waldgeheimnis

Krähenvögel
schwärzen den Himmel
und das Feld

Fasching
Menschen ohne Humor
lachen

Heustadl
duftet weit
Winterration

Kantoreigesang
Bach spielt
die erste Geige

Schneeglöckchen
Vorboten des Frühlings
Im eisigen Wind

Ein Pestkreuz
am Eingang und Ausgang
Erinnert

Donnerstag, 29. Januar 2026

Und wieder erinnere ich daran*

Ihr Lieben, Auschwitz steht gerade ganz oben. Zu Recht! So etwas darf nicht wieder geschehen! Doch als die sowjetischen Soldaten die Lagergefangenen befreite, waren sehr viele Soldaten noch für Jahre in Russland in Gefangenschaft. Es stimmt, Deutschland hat den Krieg begonnen, geführt. Doch es waren nicht die Soldaten, die dafür verantwortlich waren, denn, wer will schon Krieg und in ihm fallen...
Doch es gibt sie, die andere Seite der Medaille und auch die sollte nicht vergessen sein.

Mein Schwiegervater kam fast sechs Jahre später erst aus
der Gefangenschaft nach Hause. Fragten wir ihn, was er
durchmachen musste, dann sagte er nichts weiter als den Satz: Glaubt mir Kinder, dies wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht, diese Winter.... Ich glaube, er erholte sich nie mehr davon und starb sehr früh an Muskelschwund ....
Es ist falsch, darüber kein Wort zu verlieren.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Haiku-Zeit*

Taubenfedernflug
Vom Feld erhebt sich ein Greif
Frische Fuchsspuren

Vorwitziges Blüh'n
Kroküsse knicken arg ein
Blaues Farbengrab

Früher Morgen
Die Amsel singt
Kündet ihr Revier

Ach, Nachbars Katze
hat Stammplatz auf dem Pfeiler
Lebend-Statue

Autostau
Quietschende Reifen
Windschweine 

Dienstag, 27. Januar 2026

Solches Denken gibt es auch*

Sie hat um mein
*Schönes-Wochenend-Ticket* gebettelt -
Ich frage:
Sind Sie obdachlos?
"Wohnungslos bitteschön"
korrigierte sie mich in einem beherrschenden Ton
und erzählte, dass sie mit
meiner Karte noch nach Düsseldorf will,
und von dort mit viel Glück nach Wien oder Paris.
"So weit rum gekommen bist du sicher noch nicht,
ich hab ja so schon ganz Europa gesehen*
und - ich hätte eine schöne Jacke an.
Nimm meine Karte,
sagte ich -
die Steuern bezahle ich
eh schon mit für dich !
Meine Jacke
behalte ich!
(Eine Begegnung, die in mir Wut erzeugte.
Eine Frau, die im Gespräch nichts gelten ließ,
die immer Recht hatte, die gar nicht anders
leben will. Sie sagte zu mir: Ihr Arbeitenden,
ihr seid doch selber Schuld, geht, bis ihr
auf der Schnauze liegt - und das nennt ihr
dann schönes Leben! Wie blöd ihr doch seid!!!
.... ich hätte ihr sonst meine Jacke gegeben!)

Montag, 26. Januar 2026

Mir scheint, es werden mehr ...*

Zu viele werden noch immer
in Unsicherheit geschleudert,
von zu vielen blättert die Würde ab
wie Putz von einer Wand.
Zu viele müssen ihre Selbständigkeit
schon vor der Garderobe abgeben,
weil jeder freie Wille zum Hindernis wird.
Zu viele werden befreit von ihren Gedanken
über ihr eigenes Leben gar....

Sonntag, 25. Januar 2026

Schnee-Erinnerungen*

Mit jedem Schritt sprechen sich Schneeerinnerungen Trost zu.
Kein Flöckchen mehr weit und breit.
Aus Straßen, Feldern, Wäldern gähnt uns Trübsal an.
Wintertage schleichen nur heimlich durch letzte Monatstage.
Aus schneeballwerfenden Träumen
werden nüchterne Tatsachen gar,
die weithin die Jahreszeit in ihrer Schönheit vergessen lassen.....

Samstag, 24. Januar 2026

Oma's kluge Sprüche*

Gestern war ein Tag. Und was für einer.
Ordnungswut packte mich. Obwohl ich
nicht zu denen zähle, die den Ordnungsfimmel
in den Genen platziert bekommen haben.
Ich mag es lieber *wohnlich* als *geleckt*,
bin halt nicht perfekt.
*Schaffst du Ordnung ringsum, so schaffst du auch
Ordnung in dir*!
Meine Oma!! Wieder so ein Spruch von ihr.
Gedacht. Getan.
Nicht die entfernteste Ecke im Haus ließ ich aus.
Der Staubsauger glühte. Die Waschmaschine
lief sich heiß. Sogar aus dem Bügelkorb
gähnte dann Leere.
Nur in mir selber? Die Zeit reichte nicht aus.
Dafür war der Tag einfach zu kurz.
Wie dies meine Oma wohl wieder meinte....?

Freitag, 23. Januar 2026

Neigt nur der Januar sich dem Ende?*

So manches habe ich bis zum Beginn des neuen Jahres
und darüber hinaus in Frage gestellt.
Ich lebe das Leben, doch, weiß ich heute schon,
was mich am nächsten Tag erwartet?
Alles könnte morgen ganz anders sein...
Diese heimliche Angst, unvorbereitet getroffen zu werden -
alles ist möglich hier auf Erden.
Solche Gedanken bringen mich nicht aus dem Gleichgewicht,
aber aus dem Takt!
Das Hinterfragen des eigenen Lebens dann -
dies ist kein einfacher Akt.
Ist es die Angst vor möglichen Veränderungen
oder gar davor, dass alles bleibt wie es ist?
Schuld an solchen Gedanken ist sicher gerade
das Chaos, nah an uns dran und weit ab in dieser Welt.
Vielleicht eine List, Unerfüllbares daraus weiter oder anders
wachsen zu lassen?
Es wird sich zeigen.
Wir werden es fassen.